Ärzte Zeitung, 13.07.2005

Immer mehr Krebspatienten geraten in finanzielle Not

Deutsche Krebshilfe legt Jahresbilanz 2004 vor

NEU-ISENBURG (Smi). Die Deutsche Krebshilfe hat laut eigener Einschätzung ein sehr erfolgreiches Jahr 2004 hinter sich. Mit 78,1 Millionen Euro (2003: 73,2 Millionen) Einnahmen wurde ein deutlicher Zuwachs erzielt, wie die Organisation bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Berlin berichtete.

Den größten Einnahmeposten stellten mit 30,6 Millionen Euro Erbschaften und Vermächtnisse dar. "Besonders dieser Posten zeigt, wie viel Vertrauen die Menschen in die Arbeit der Deutschen Krebshilfe haben", freute sich Friedrich Carl Janssen, der Vorstandsvorsitzende der Organisation, die im vergangenen Jahr ihr 30jähriges Bestehen gefeiert hat.

Etwa 24,7 Millionen Euro stammten aus Einzelspenden und Mitgliedsbeiträgen, hinzu kamen 2,7 Millionen Euro aus Veranstaltungen und Aktionen.

Am meisten Geld gab man im vergangenen Jahr für die klinischen Maßnahmen (20,4 Millionen Euro) und die Forschungsförderung (15 Millionen Euro) aus. Unterstützt wurden insgesamt 121 neue Projekte.

Immer mehr Krebspatienten geraten in finanzielle Not, wie die Deutsche Krebshilfe mitteilt. So sei die Zahl der Anträge an den Härtefonds der Organisation im Vergleich zu 2003 um 20 Prozent gestiegen. 11 553 Menschen erhielten Hilfe im Gesamtwert von 5,3 Millionen Euro.

In Deutschland erkranken nach Angaben des Robert-Koch-Instituts jährlich fast 400 000 Menschen neu an Krebs, 210 000 sterben jährlich an den Folgen ihrer Erkrankung, die meisten an Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »