Ärzte Zeitung, 08.06.2006

KOMMENTAR

Auf dem richtigen Weg

Von Peter Leiner

Vor mehr als 40 Jahren waren "die einzigen Waffen gegen Krebs die Operation, die Bestrahlung und die Chemotherapie". Das hat damals Professor Karl-Heinrich Bauer, Gründer des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, konstatiert. Das Spektrum hat sich inzwischen glücklicherweise etwa durch kleine Moleküle, die Tumoren regelrecht aushungern, erweitert. Und mit den Erfolgen bei der Erforschung von Impfstoffen gegen Krebs, etwa gegen Prostatakarzinom, tut sich jetzt eine weitere hoffnungsvolle Option auf.

Einen raschen, klinisch nutzbaren Erfolg bei der Impfstoffentwicklung darf man aber nicht erwarten. Zu schwierig ist die gezielte Stimulation des Immunsystems, nur gegen entartete Zellen vorzugehen und gesunde Zellen und Gewebe unbehelligt zu lassen. Nur gemeinsam wird es Wissenschaftlern an Forschungsinstituten und in Unternehmen gelingen, die Entwicklung von Krebsimpfstoffen voranzutreiben. Das haben viele Unternehmen erkannt und sich etwa im Cancer Vaccine Consortium zusammengeschlossen.

Noch ist kein therapeutischer Impfstoff gegen Krebs zugelassen. Aber kleine Erfolge in Studien, in denen sich Tumoren verkleinern ließen - etwa bei Melanom- oder Prostata-Ca-Patienten - belegen, daß die Forscher auf dem richtigen Weg sind: sei es mit körpereigenen Zellen, die gegen den Tumor scharf gemacht werden, oder mit Tumorantigenen. Der Erfolg ist greifbar - und nicht erst in 40 Jahren.

Lesen Sie dazu auch:
Bei Prostata-Ca soll Impfung Standardtherapie unterstützen

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