Ärzte Zeitung, 09.03.2007

Krebskranke profitieren von Training

Jenaer Projekt gefördert

JENA (dür). Ein Gesundheitstraining, das Tumorpatienten zur Krebstherapie erhalten, verbessert das Wohlbefinden der Betroffenen dauerhaft. Das bestätigen nach vorläufigen Auswertungen von Fragebögen 70 Prozent. Gefragt wurden etwa 80 Patienten, die das von der onkologischen Ambulanz für Naturheilkunde der Universitätsklinik Jena angebotene Gesundheitsprogramm absolviert haben.

Das zehnwöchige Training findet einmal pro Woche statt und dauert jeweils drei Stunden. Es umfasst Entspannungs- und Atemübungen, Bewegung wie Walking und Übungen, die leicht im Alltag zu integrieren sind. Weitere Bestandteile sind die Auseinandersetzung mit Ängsten, das Kennenlernen von Selbsthilfestrategien sowie die Vermittlung von Kommunikationstechniken auch für die Arzt-Patienten-Beziehung. Hinzu kommen Ernährungsberatung und Beratung zur Anwendung von Hausmitteln, die das Immunsystem stärken.

Das Jenaer Projekt wurde mit Krebspreis ausgezeichnet

Darüber hinaus bietet das Gruppentraining die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Es soll die Eigeninitiative stärken. Ein Team aus Gesundheitstrainer/Ökotrophologe, zwei Diplom-Psychologinnen und zwei onkologisch erfahrenen Ärztinnen leitet die Kurse. Die Nachfrage sei groß, berichtet die Leiterin der Ambulanz Dr. Katja Zulkowski. Die 2003 etablierte ambulante Krebs-Begleittherapie fand von Dezember 2005 bis Januar 2007 aber nicht statt, weil die Förderung über die Carstens-Stiftung ausgelaufen war. Die Krankenkassen lehnen bisher eine Finanzierung ab.

Umso mehr freuen sich die Ambulanz-Mitarbeiter, dass der Berufsverband der niedergelassenen Onkologen das Jenaer Projekt jetzt mit dem Niedersächsischen Krebspreis ausgezeichnet hat. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

In diesem Jahr sei auch die endgültige Auswertung von Fragebögen vorgesehen, mit denen seit dem Projekt-Start die Entwicklung der Lebensqualität der Teilnehmer während und nach dem Training erfasst worden ist, berichtete Zulkowski.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »