Ärzte Zeitung, 03.05.2007

"Echte Männer untersuchen regelmäßig ihre Hoden"

Kampagne in Nordrhein-Westfalen möchte Hodenkrebsvorsorge fördern / Urologen besuchen Fußballvereine

KÖLN (pah). Mit einer Kampagne unter dem Motto "Echte Männer untersuchen regelmäßig ihre Hoden" wollen der BKK Landesverband NRW und die Krebsgesellschaft NRW die Hodenkrebsvorsorge bei jungen Männern fördern.

Sie unterstützen die Kampagne gegen Hodenkrebs (von links): Dr. Erich Uchmann, Dr. Margret Schrader, Karin Hendrysiak und Jimmy Hartwig. Foto: pah

"Hodenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren", sagte Dr. Margret Schrader, Geschäftsführerin der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen, bei der Vorstellung der Kampagne. Jährlich erkrankten etwa 4200 Männer in Deutschland, davon 800 in Nordrhein-Westfalen.

"Das Problem ist, dass sich Männer kaum für Gesundheitsvorsorge interessieren", sagte Schrader. Plakate, auf denen Feuerwehrmänner, Superhelden und Fußballer mit der Hand im Schritt posieren, sollen die Hodenkrebsvorsorge enttabuisieren. Im Laufe der Kampagne sollen zudem Urologen Fußballvereine besuchen und den Spielern mit Modellen und Broschüren zeigen, wie sie selbst ihre Hoden untersuchen können.

"Die Spieler haben eine Vorbildfunktion", sagte der ehemalige Fußballnationalspieler und HSV-Profi Jimmy Hartwig, der die Kampagne unterstützt. Hartwig ist selbst an Hoden- und Prostatakrebs erkrankt.

Hodenkrebs ist bei einer frühen Entdeckung gut heilbar. "Die Heilungschancen stehen dann bei fast 100 Prozent", betonte Dr. Erich Uchmann, Assistenzarzt in der Urologie des Kölner Sankt Hildegardis-Krankenhauses. Später lägen sie nur bei 30 bis 50 Prozent.

Zudem drohen der Verlust der Hoden und die Zeugungsunfähigkeit. Eines der ersten Symptome der Krankheit sei eine Vergrößerung des Hodens, die sich ertasten ließe, sagte Uchmann. Deshalb sei die Selbstuntersuchung besonders wichtig. "Es gibt nicht viele Tumorarten, die man so früh und dann auch noch selbst erkennen kann", betonte Schrader. Die Krankenkassen zahlen die Untersuchung beim Arzt erst ab dem 45. Lebensjahr, die meisten Betroffenen sind aber jünger als vierzig.

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