Ärzte Zeitung, 25.05.2007

Mit Salmonellen wollen Forscher Krebs bekämpfen

Die Bakterien besiedeln bevorzugt Tumorgewebe

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Salmonellen in einem Tumor. Genetisch veränderte Keime könnten den Tumor zerstören. Foto: helmholtz-hzi / Rohde

BRAUNSCHWEIG (ddp). Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig möchten den schlechten Ruf von Salmonellen aufpolieren: Sie wollen die Bakterien als Waffe im Kampf gegen Tumoren nutzen.

Die Forscher wollen genetisch veränderte Salmonellen in die Tumoren einschleusen, wo die Keime nach Einschalten der Gene von außen Zellgifte ausschütten. "Wir vermuten, dass das abgestorbene Gewebe im Tumorinneren den Bakterien eine geschützte und nährstoffreiche Umgebung bietet und sie anlockt", sagt Dr. Siegfried Weiß aus Braunschweig.

In ersten Versuchen pflanzten die Forscher Salmonellen Gene ein, die nur in Gegenwart des Zuckers L-Arabinose aktiv sind - und dann leuchten. Dann infizierten sie krebskranke Mäuse mit den Keimen. Verzehren die Tiere den Zucker, fangen die in den Tumor eingewanderten Bakterien an zu leuchten. Lage und Größe des Tumors ließen sich so analysieren. Die Vision: Harmlose Salmonellen sollen einmal direkt im Tumor Krebsmittel produzieren oder Substanzen, die Immunreaktionen gegen den Tumor stärken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zeit für aggressive Maßnahmen

Viel Geschwätz, wenig Taten: Zeit für aggressive Weichenstellungen in der Diabetes-Prävention, meinen Fachleute. Sie fordern die Lebensmittel-Ampel und Steuern auf ungesunde Produkte. mehr »

Beim Thema Luftschadstoffe scheiden sich die Geister

Gesundheitliche Gefahren von Luftverschmutzung sehen Pneumologen vorrangig als ihr Thema an. Doch die Meinung der Fachärzte darüber ist nicht einhellig. Das zeigt sich auch im Vorfeld ihrer Fachtagung. mehr »

Patienten vertrauen auf Online-Bewertungen

In welche Praxis soll ich gehen? Ihre Entscheidung fällen Patienten zunehmend anhand von Online-Bewertungen – eine Chance für Ärzte, so eine neue Studie. mehr »