Direkt zum Inhaltsbereich

Krebsfrüherkennung ist für viele kein Thema

BERLIN (gvg). Krebsfrüherkennung ist in Deutschland bisher nur für jeden fünften Mann und für jede zweite Frau ein Thema. Krebsexperten fordern, die Medizin künftig sehr viel stärker auf Prävention und Früherkennung auszurichten.

Veröffentlicht:

Anlass für das Plädoyer ist die 1. Nationale Onkologische Präventionskonferenz, die am 16. Juni in Essen stattfindet. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), die Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen und die Medizinische Gesellschaft Essen wollen mit dieser Veranstaltung erneut auf die Vorsorgedefizite in Deutschland aufmerksam machen.

"Es kann nicht sein, dass weniger als acht Prozent der anspruchsberechtigten Männer und weniger als neun Prozent der Frauen eine Darmkrebsfrüherkennung machen", kritisierte der Konferenzleiter Professor Michael Betzler vom Alfred-Krupp-Krankenhaus Essen.

Insgesamt nutze nur etwa die Hälfte der Frauen und ein Fünftel der Männer irgendeine der angebotenen gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen. so Betzler bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Um daran etwas zu ändern, seien Kostenträger, Politiker und Ärzte gleichermaßen gefragt, sagte DKG-Generalsekretär Dr. Johannes Bruns. Er forderte die Kostenträger auf, Anreize für die Früherkennung zu schaffen. "Eine Bestrafung von jenen, die die Untersuchungen nicht nutzen, ist aber nicht der richtige Weg", sagte Bruns.

Bei primärpräventiven Maßnahmen sieht die Krebsgesellschaft auch die Ärzte in der Pflicht, die bei vielen Tumorerkrankungen noch aussagekräftige Studien nachliefern müssten. "Wir haben hier allerdings das Problem, dass es schwer ist, Geldgeber zu finden."

Der Aufruf an die Politik, entsprechende Finanzierungsstrukturen zu schaffen, wird deswegen Teil einer "Essener Erklärung" sein, die bei der Konferenz vorgestellt werden soll. Ebenfalls Teil der Erklärung soll die Empfehlung sein, die HPV-Impfung in den allgemeinen Impfkatalog aufzunehmen und die Kosten zu erstatten.

Für sieben häufige Tumorarten haben die Experten im Vorfeld der Konferenz zusammengestellt, was es an Daten in Sachen Primärprävention gibt und Forderungen formuliert, um dieses Wissen umzusetzen. "Zu den Vorschlägen gehört unter anderem, Kleinkinderbecken in Schwimmbädern zu überdachen, um Hauttumoren vorzubeugen", sagte DKG-Vorstandsmitglied Professor Wolfgang Tilgen. Daneben zählt er Maßnahmen zur Verringerung des Alkohol- und Tabakkonsums sowie den Kampf gegen Adipositas zu den wichtigsten onkologischen Präventivmaßnahmen.

Weitere Informationen zur Krebsprävention gibt es im Internet unter http://www.onkologische-praevention.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

Interimsanalyse der TRIM-Studie

Nachsorge von Melanomen: Bildgebung womöglich nutzlos

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren

Lesetipps
Eine Warze auf der Hand.

© Hairem / stock.adobe.com

Tipps für die Therapie

Was gegen Warzen wirklich hilft

Nicht alles, was im Internet kursiert, stimmt auch – gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht. Augen auf und hinterfragen!

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck