Ärzte Zeitung, 08.10.2007

KOMMENTAR

Endlich her mit einem Krebsregister!

Von Nicola Siegmund-Schultze

Bei den Überlebensraten von Krebspatienten gibt es in Europa Differenzen. Deutschland belegt in Mitteleuropa einen mittleren Platz. Hochnotpeinlich ist dabei, dass die Statistiker aus Deutschland in die Eurocare-Studie lediglich Daten des saarländischen Krebsregisters einbringen konnten. Das Register deckt gerade einmal ein Prozent der Bevölkerung ab. Es geht auch anders: In einigen Ländern Skandinaviens und Osteuropas, aber auch in Österreich werden mit den Krebsregistern praktisch 100 Prozent der Bevölkerung erfasst.

Ein überregionales Krebsregister wird seit langem von onkologischen Fachgesellschaften gefordert und wäre dringend notwendig. Auch die Einführung einer Meldepflicht von Malignomen ist immer wieder im Gespräch. Meldung und Registrierung von Krebserkrankungen sind aber in Deutschland Länderhoheit. Bevor dieses Problem gelöst ist, wäre als schnelle realisierbare Zwischenetappe auch die Etablierung mehrerer regionaler Krebsregister denkbar. Diese müssten für die jeweilige Region dann aber repräsentativ sein.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Überlebenschancen nach Krebs lassen sich genauer abschätzen - und in Deutschland noch steigern

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »