Ärzte Zeitung, 30.01.2008

Vorteil durch einmal appliziertes Pegfilgrastim

Therapie zur Primärprophylaxe febriler Neutropenien

MÜNCHEN (sir). Zur Prophylaxe einer Chemotherapie-bedingten febrilen Neutropenie ist bei Risikopatienten eine Begleitmedikation mit Wachstumsfaktoren für Granulozyten erforderlich. Dabei ist Pegfilgrastim, einmal pro Chemotherapiezyklus appliziert, sechs Einzeldosen herkömmlichen G-CSF überlegen.

Nach Angaben von Professor Gunter von Minckwitz aus Frankfurt am Main gibt es verschiedene Gründe für den Mangel an neutrophilen Granulozyten. Das können die Art der Krebserkrankung, die Tumorgröße, der Allgemeinzustand des Patienten, seine mögliche Komorbidität und das Therapieregime sein.

Besondere Parameter zur Ermittlung des Risikos gebe es nicht, so von Minckwitz auf einer unter anderen von Amgen unterstützten Veranstaltung in München.

Rate von Neutropenien auf ein Zehntel vermindert.

"Liegt das geschätzte Risiko für eine febrile Neutropenie bei 20 Prozent und mehr, so empfehlen die Fachgesellschaften eine Primärprophylaxe", betonte von Minckwitz. Dann sei für jeden betreffenden Patienten bereits ab der ersten Chemotherapie die zusätzliche Applikation von Wachstumsfaktoren wie G-CSF (Granulozyten-Kolonie-stimulierender Wachstumsfaktor) angezeigt. "Die Primärprophylaxe mit G-CSF sollte am ersten Tag nach der Chemotherapie beginnen und zehn Tage dauern", so von Minckwitz.

Um Kosten zu sparen, werde G-CSF allerdings manchmal nur für wenige Tage, etwa ab dem fünften oder sechsten Tag nach der Chemotherapie, gegeben.

Pegfilgrastim (Neulasta®) dagegen wird nach Angaben von von Minckwitz zur Primärprophylaxe nur einmal verabreicht, und zwar am ersten Tag nach der Chemotherapie. Dies ist durch die veränderte Pharmakokinetik des pegylierten G-CSF Filgrastim (Pegfilgrastim) im Vergleich zu Filgrastim (Neupogen®) möglich: Der Wachstumsfaktor ist in Polyethylenglycol (PEG) eingehüllt und wird deshalb ganz langsam freigesetzt.

"Bei der Einmalgabe von Pegfilgrastim gibt es keine Einsparmöglichkeiten und deshalb auch kein Risiko, das Medikament zu spät, zu kurz und in einer zu geringen Dosis zu verabreichen", so von Minckwitz.

Der Onkologe stellte Daten einer Untersuchung vor, die er innerhalb der GEPARTRIO-Studie bei Frauen mit Brustkrebs gemacht hat. Demzufolge lag die Inzidenz febriler Neutropenien bei Behandlung mit G-CSF an den Tagen 6 bis 11 bei 18 Prozent. Bei prophylaktischer Einmalapplikation von Pegfilgrastim dagegen waren es nur sieben Prozent.

Eine Analyse der Daten von elf Studien bestätigt die Ergebnisse. Von Minckwitz: "Das relative Risiko einer febrilen Neutropenie lag bei Primärprophylaxe mit Pegfilgrastim um mehr als 87 Prozent niedriger."

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