Ärzte Zeitung, 31.01.2008

INTERVIEW

Auf dem neuesten Stand durch Uro Update

Am 29. Februar und 1. März hat in Düsseldorf das Uro Update Premiere. Auch Nicht-Urologen profitieren. Ein wichtiges Thema sind Tumormarker. Viele kommen jedes Jahr neu auf den Markt. "Das Schwierige ist es, heraus zu filtern, welcher Marker sinnvoll zu nutzen ist und welcher nicht," sagte Professor Maurice Stephan Michel aus Mannheim zur "Ärzte Zeitung". Michel leitet zusammen mit Professor Markus Kuczyk aus Tübingen das Uro Update. Die Veranstaltung ist mit 16 CME-Punkten zertifiziert.

Ärzte Zeitung: Das Uro Update richtet sich besonders an Urologen. Inwiefern können auch Kollegen anderer Fachrichtungen von der Veranstaltung profitieren?

Professor Maurice S. Michel: Wir bieten mit dem Uro Update eine Fortbildung, in der wir das tatsächlich Relevante aus dem Jahr 2007 referieren. Die Teilnehmer bekommen eine hohe Dichte an Informationen, zum Beispiel zum Thema Tumormarker.

Tumormarker nehmen in der Medizin einen immer höheren Stellenwert ein. Auch in der Urologie gibt es eine Vielzahl von Tumormarkern, die jedes Jahr neu auf den Markt kommen. Das Schwierige ist es, heraus zu filtern, welcher Marker sinnvoll zu nutzen ist und welcher nicht. Ein Beispiel ist die Bestimmung von Tumormarkern bei Blasenkarzinomen, um Patienten eine Zystoskopie zu ersparen.

Ärzte Zeitung: Was gibt es Neues zur Diagnostik etwa bei Prostata-Karzinomen?

Michel: Wir haben außer dem PSA auch noch andere Tumormarker, zum Beispiel PCA3 (Prostate Cancer Antigen 3). Diesen Marker bestimmt man in Exprimat-Urin. Dafür tastet man die Prostata, lässt den Patienten dann urinieren und nimmt dann diesen Urin. Und kann dann genetische Untersuchungen vornehmen.

Wichtig ist auch die Bildgebung, PET/CT und MR-Spektroskopie sind neue Bereiche für die Diagnostik.

Ärzte Zeitung: Und was gibt es Neues bei der Behandlung?

Michel: Bei der Therapie wird es auch um die Frage Radiatio oder Operation gehen, und wenn Operation, welche. Es gibt offene, laparoskopische und die Roboter-assistierten Operationen.

Ein wichtiger Aspekt wird auch die "active surveillance" und das "watchful waiting" sein, also kontrollieren und kurativ tätig werden bei Progress oder aber palliativ tätig werden. Über solche Themen Bescheid zu wissen ist wichtig. Die Inzidenz liegt inzwischen bei fast 50 000 Neuerkrankungen pro Jahr. Und wir können und wollen nicht alle Patienten therapieren, sondern nur diejenigen, bei denen der Tumor ein aggressives Potenzial hat.

Ärzte Zeitung: Inkontinenz ist ebenfalls eines der Themen, mit denen auch Nicht-Urologen häufig zu tun haben.

Michel: Hyperaktive Blase oder Belastungsinkontinenz sind Probleme, bei denen Hausärzte erste Ansprechpartner sind - oder auch von sich aus Patienten ansprechen. Auch zu diesen Themen werden Diagnostikmöglichkeiten und Therapien diskutiert. Kollegen können auch auf den ausliegenden Karten Fragen stellen, nicht nur zur Inkontinenz. Die Fragen werden von den Referenten beantwortet. Die Referenten können auch persönlich in den Pausen in extra eingerichteten Speaker's Corner angesprochen werden. (gwa)

Weitere Infos und Anmeldung unter: www.uro-update.com

ZUR PERSON

Professor Maurice Stephan Michel ist Leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor, Urologische Klinik, Universitätsklinikum Mannheim

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