Ärzte Zeitung, 30.10.2008

Enzymtherapie bei Krebs wird jetzt wissenschaftlich untermauert

Nach den Erfahrungen werden mit Komplementärmedizin toxische konventionelle Krebstherapien besser toleriert / Lebensqualität steigt

MÜNCHEN (wst). In der onkologischen Komplementärmedizin hat die systemische Therapie mit pflanzlichen und tierischen Enzymen einen festen Platz. Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern will sich um Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit bemühen, die wissenschaftlichen Standards genügen.

Kein Krebspatient dürfe auf Errungenschaften der Onkologie verzichten, hat Dr. Hellmut Münch aus Unterwössen auf einer Veranstaltung der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Enzymtherapie (WGFE) in München betont. Gleichzeitig sollten aber auch die Chancen der Komplementärmedizin genützt werden.

Münch ist Leiter der Medizinischen Enzymforschungsgesellschaft (MEF) und Inhaber einer Praxis mit immunologischem Schwerpunkt. Ihm erscheint es besonders wichtig, durch eine immunmodulatorische Therapie das Immunsystem wieder zu stärken, wenn es durch Krebs, aber auch durch die konventionelle Therapie in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Basis sind Erkenntnisse, wonach bei Krebspatienten überzufällig häufig die Proteasenaktivität im Serum vermindert ist. In Münchs ganzheitlichem Konzept hat die Therapie mit magensaftresistent verpackten pflanzlichen und tierischen, proteolytisch aktiven Enzymen einen hohen Stellenwert, etwa mit Wobe-Mucos® NEM, einem Selen-angereicherten Enzymgemisch aus Papain, Trypsin und Chymotrypsin.

Münchs Erfahrung mit mehreren hundert Krebspatienten stimmt mit den Ergebnissen kleinerer Studien überein, wonach sie mit einer solchen Komplementärtherapie toxische konventionelle Krebstherapien besser tolerieren. Außerdem profitieren die Patienten bei der Lebensqualität und möglicherweise sogar bei der Prognose.

Die meisten der Studien mit diesem Trend genügten allerdings nicht mehr modernen wissenschaftsmethodischen Ansprüchen, räumte der Vorsitzende der WGFE, Professor Dieter Adam aus München, ein. Hier bestehe weiter Forschungsbedarf, sagte er.

www.wgfe.org

www.enzymforschungsgesellschaft.de

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