Ärzte Zeitung, 18.05.2011

Kommentar

Zusammenarbeit bei HIV ein Muss

Von Peter Leiner

Von Anfang an sind Hausärzte in die Betreuung von Patienten mit einem Risiko für eine HIV-Infektion wie auch von bereits mit dem Aids-Erreger Infizierten eingebunden. Das bedeutet etwa, dass Hausärzte unbedingt bei der Behandlung ihrer Patienten einen HIV-Test in Erwägung ziehen sollten, wenn ein Patient zum Beispiel immer wieder mit wässrigen Durchfällen oder mit Candida-Infektionen in die Praxis kommt, wie Dr. Leo Locher aus Frankfurt am Main betont. Natürlich nur nach vorheriger Zustimmung durch den Patienten.

Mit der im Vergleich zum Beginn der Pandemie heute viel längeren Lebenserwartung HIV-Infizierter kommen nun neue Herausforderungen auf Hausärzte zu: die mit dem Aids-Erreger Infizierten so zu führen, dass sie unter anderem ihr erhöhtes Krebsrisiko - das sie etwa durch das Rauchen haben - verringern, sowie frühzeitig die Weichen für den Beginn einer optimalen Krebstherapie zu stellen. Also: lieber zweimal hinschauen und bei den Immungeschwächten eher mit einer Krebserkrankung rechnen!

Das sind gewiss keine leichten Aufgaben. Um sie gut zu bewältigen, ist aber die Zusammenarbeit mit Kollegen zum Beispiel in HIV-Schwerpunktpraxen unerlässlich.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Aids: Höhere Lebenserwartung - und mehr Krebs

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »