FoxM1-Blockade bremst Tumorwachstum

Um zu wachsen, benötigt das Medulloblastom ein spezielles Eiweiß namens FoxM1. Das Eiweiß ist Ansatzpunkt für neue Therapien gegen diese Krebsart.

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Hirn im Blick: Eine Eiweißblockade könnte bei Medulloblastomen helfen.

Hirn im Blick: Eine Eiweißblockade könnte bei Medulloblastomen helfen.

© Sebastian Schreiter / Springer Verlag

MÜNCHEN (eb). Medulloblastome sind die häufigsten bösartigen Hirntumoren bei Kindern. Um ungehindert wachsen zu können, benötigen die Tumorzellen ein spezielles Eiweiß, wie Münchner Forscher nun herausgefunden haben.

Ihre Erkenntnis soll als Basis für die Entwicklung neuer Therapien gegen das Medulloblastom dienen, teilt die Deutsche Krebshilfe mit.

Denn den Forschern sei es gelungen, das krebsfördernde Eiweiß medikamentös zu unterdrücken und so das Tumorwachstum zu hemmen. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 435 000 Euro unterstützt.

FoxM1 gehört zur Gruppe der Transkriptionsfaktoren

Was für verschiedene Krebsarten - etwa Brustkrebs, Lungenkrebs oder Prostatakrebs - gilt, haben die Forscher um Privatdozent Dr. Ulrich Schüller vom Zentrum für Neuropathologie der Ludwig-Maximilians-Universität nun auch für Hirntumoren bei Kindern nachgewiesen.

Um zu wachsen, benötigt das Medulloblastom ein spezielles Eiweiß namens FoxM1. Das Eiweiß gehört zur Gruppe der Transkriptionsfaktoren - diese Proteine steuern die Umsetzung der im Erbgut enthaltenen Informationen.

Beim gesunden Menschen steuert FoxM1 das Zellwachstum, indem es die entsprechenden Gene bei Bedarf an- und wieder ausschaltet.

Bei Krebszellen ist dieses System jedoch außer Kontrolle geraten - FoxM1 ist permanent aktiv und die Krebszellen vermehren sich ungehindert, heißt es in der Mitteilung der Deutschen Krebshilfe.

Da FoxM1 für das Wachstum der Tumorzellen verantwortlich sei, stelle das Eiweiß einen Ansatzpunkt für neue Therapien dar (Clinical Cancer Research 2011; 17: 6791).

Forscher blockieren das Eiweiß nur in Krebszellen

Es gelang ihnen, das Wachstum von Medulloblastomzellen über FoxM1 medikamentös zu unterdrücken. Zudem blockierten die Forscher FoxM1 nur in Krebszellen - gesunde Zellen wurden nicht beeinträchtigt.

"Mit Hilfe dieser Erkenntnisse können wir möglicherweise direkt in die Mechanismen der Tumorentstehung eingreifen und Medulloblastome gezielt zerstören", wird Schüller in der Mitteilung der Deutschen Krebshilfe zitiert.

FoxM1 eignet sich schon jetzt dazu, die Aggressivität eines Medulloblastoms zu bestimmen: Je mehr Eiweiß in den Krebszellen ist, desto schwerer verläuft die Erkrankung.

Die Erkenntnisse sind auch für die Wahl der richtigen Therapie von großer Bedeutung: "Moderne Behandlungskonzepte kombinieren die chirurgische Tumorentfernung mit Chemo- und Strahlentherapien. Diese sind aber teilweise mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Mit Hilfe von FoxM1 als Diagnosehilfe können wir zukünftig die Art der Behandlung individueller an den Patienten anpassen", so Schüller.

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