Ärzte Zeitung, 10.01.2013

Kommentar zu den Krebs-Killerzellen

Geduld und Schweiß

Von Peter Leiner

Die Erfolge in den vergangenen Monaten bei der Verjüngung patienteneigener Zellen durch Reprogrammierung belegen, wie richtig die Entscheidung des Nobelpreiskomitees Ende 2012 war, Professor Shinya Yamanaka aus Kyoto mit dem begehrten Preis zu ehren.

Der Wissenschaftler hat durch seine Forschung den Stammzellforschern einen Weg eröffnet, an den bis dato niemand gedacht hatte - möglicherweise, weil die meisten zu sehr auf die ethisch umstrittene Erforschung humaner embryonaler Stammzellen fixiert waren.

Fast wöchentlich gibt es nun Publikationen, die belegen, dass sich fast jede Zellart erfolgreich verjüngen und verwandeln lässt, nun also auch krebs- und virusspezifische Killerzellen. Dass sich die verjüngten Zellen wieder in die Ausgangszellen verwandeln lassen und dadurch sogar fähig werden, länger zu leben, ist eine Überraschung.

Auch wenn eine klinische Anwendung von Zellen, die aus verjüngten Zellen entstanden sind, noch lange nicht in Sicht ist, haben die Forscher doch einen wichtigen Grundstein dafür gelegt. Wenn es gelingt, solche Zelltherapeutika sicher zu machen, etwa durch Beseitigung des teratogenen Potenzials, wird das die Zelltherapie und die regenerative Medizin allgemein beflügeln.

Das erfordert aber noch viel Geduld und Forscherschweiß.

Lesen Sie dazu auch:
Erfolg in Japan: Bauanleitung für die Krebs-Killer

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »