Direkt zum Inhaltsbereich

Hamm-Uentrop

Erhöhte Krebsrate bei altem Atomreaktor

Der Atomreaktor in Hamm-Uentrop wurde vor 25 Jahren stillgelegt. Nun hat eine Untersuchung Entwarnung beim Krebsrisiko im Umland gegeben - mit einer Ausnahme.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Rund um den stillgelegten Atomreaktor in Hamm-Uentrop (Nordrhein-Westfalen) sind vermehrt Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festgestellt worden. Das Krebsregister NRW errechnete eine um 64 Prozent erhöhte Rate im Vergleich zu einer Referenzregion.

Es gebe aber keine Hinweise auf den Atomreaktor als Verursacher, weil typische Strahlenkrebsarten und die Schilddrüsenkrebs-Rate bei Männern unauffällig seien, teilte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) in Düsseldorf mit.

Möglicherweise gehe der Effekt auf vermehrte Vorsorge-Untersuchungen verunsicherter Menschen der Region zurück, sagte Oliver Heidinger, Leiter des Krebsregisters NRW. Darauf deute hin, dass überdurchschnittlich viele der Tumore in einem Anfangsstadium entdeckt worden seien.

Der Datenschutz verhindere aber Aussagen darüber, wann und wie lange die betroffenen Frauen in der Region gelebt haben. Untersucht wurden die Krebsraten in Hamm, Beckum, Ahlen, Lippetal und Welver.

Auch wenn die Zahl nur um vier bis fünf Fälle über dem normalen Niveau liege, sei sie statistisch signifikant, da auf sämtliche Krebsdiagnosen in der Region mit rund 150.000 Einwohnern zugegriffen werden könne, so Heidinger.

1986 war bei einem Zwischenfall in dem Versuchsreaktor Radioaktivität freigesetzt worden. Das Alter der Krebspatienten lege aber keinen Zusammenhang zu dem Zwischenfall nahe.

Remmel kündigte an, dass nach der Ursache weiter geforscht werde. Der Schilddrüsenkrebs habe in Deutschland und mehreren weiteren Ländern Europas erheblich zugenommen. So seien auch in weiteren Regionen Nordrhein-Westfalens ohne Atomanlagen erhöhte Raten von Schilddrüsenkrebs bei Frauen festzustellen.

Die kugelförmigen Brennelemente des Thorium-Hochtemperatur-Reaktors (THTR) waren bereits vor Jahren in Castor-Behältern ins Zwischenlager nach Ahaus gebracht worden. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mehrere Milliarden Dosen verimpft

Review bestätigt: mRNA-Impfungen sind sicher und wirksam

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Änderungen im Überblick

So wirkt sich das GKV-Spargesetz auf Praxen aus

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Lesetipps
Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Schlange wartender Patienten am Praxisempfang

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Einschätzung von Kollegen

Wenn die Telefon-AU wegfällt: Was das für den Praxisalltag bedeutet