Kommentar zur Beratung bei Krebsangst

Bitte nicht per Telefon!

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Die USA übernehmen in vielen Dingen die Vorreiterrolle. Dazu gehört offenbar auch der Umgang mit der genetischen Beratung: Seit Gentests im Internet angeboten werden, erfolgt die Beratung oft nur telefonisch - ohne dass es zunächst zu einem Kontakt mit einem Humangenetiker kommt.

Einer Studie zufolge ist das gar nicht so schlimm, denn psychosoziale Tests hätten bei Frauen, die aufgrund der Familienanamnese Angst vor Brust- und Ovarialkrebs hatten, ergeben, dass es keinen Unterschied machte, ob sie telefonisch oder von Angesicht zu Angesicht beraten wurden.

Solche Studien legen nahe, dass sich in den USA die Ärzteschaft durch diese Branche treiben lässt, etwa auch mit dem Hinweis, die telefonische Beratung sei nun mal kostengünstiger. Aber das Argument zieht nicht, denn der persönliche Kontakt lässt sich durch nichts ersetzen.

Dazu ist etwa eine onkogenetische Beratung zu komplex und zu sehr mit Emotionen verknüpft, denen man per Telefon nicht adäquat begegnen kann.

Gut, dass in Deutschland eine genetische Beratung nur per Telefon nicht möglich ist, das verhindert nicht nur die Berufsordnung für Ärzte. Und das darf sich auch nicht ändern. Auch bei der genetischen Beratung muss man den USA nicht folgen.

Lesen Sie dazu auch: Krebsangst: US-Ärzte für genetische Beratung am Telefon

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Metaanalyse von randomisierten Studien

Wie verändern GLP-1-Rezeptoragonisten das Krebsrisiko?

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Lesetipps
Rezeptunterschrift? Immer eigenhändig. Immer!

© detailblick-foto / stock.adobe.com

Bundessozialgericht

Rezeptunterschrift gestempelt: Internist drohen 1,24 Millionen Euro Regress

Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen