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Radikale Prostata-Op

Abwarten nach PSA-Anstieg manchmal erlaubt

Wenn nach einer radikalen Prostatektomie der PSA-Wert in den unteren messbaren Bereich ansteigt, ist dies nicht gleichbedeutend mit einem erhöhten Rezidivrisiko. Entscheidend dafür ist der Verlauf des PSA-Wertes.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
Proben zur Bestimmung des prostataspezifischen Antigens.

Proben zur Bestimmung des prostataspezifischen Antigens.

© Mathias Ernert

NEW YORK. Reicht es, Prostatakarzinompatienten zu überwachen, wenn nach radikaler Op das PSA wieder nachweisbar wird, den Grenzwert für ein biochemisches Rezidiv (PSA unter 0,2 ng/ml) aber noch unterschreitet? Das kommt darauf an, meinen Ärzte um Dmitry Koulikov vom Roswell Park Cancer Institute in New York.

"Bei Männern, deren PSA stabil niedrig ist, kommt es nicht zur Krankheitsprogression. Sie zu beobachten, ist sicher." Anders bei Männern mit instabilen Werten: "Sie entwickeln biochemische Rezidive. Bei ihnen kann eine Salvage-Radiotherapie bei kleinerem Tumorvolumen begonnen werden."

Diese Einschätzung der New Yorker Urologen stützt sich auf die Auswertung von 566 Krankenakten ihrer Klinik. Die Patienten hatten sich zwischen 1993 und 2008 einer radikalen Prostatektomie unterzogen und waren entsprechend ihrer PSA-Werte in den nachfolgenden drei Jahren in drei Gruppen eingeteilt worden: Zur ersten Gruppe gehörten Patienten mit nicht nachweisbaren PSA-Werten: Die Parameter lagen unterhalb von 0,03 Nanogramm pro Milliliter.

Zur zweiten Gruppe gehörten Patienten mit niedrigen und stabilen PSA-Werten: Die Parameter lagen oberhalb von 0,03 und unterhalb von 0,2 Nanogramm pro Milliliter; es ereigneten sich keine zwei Anstiege in Folge und/oder die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit (PSAV) betrug weniger als 0,05 Nanogramm pro Jahr.

Zur dritten Gruppe gehörten Patienten mit niedrigen und instabilen PSA-Werten: Die Parameter lagen oberhalb von 0,03 und unterhalb von 0,2 Nanogramm pro Milliliter; zwei Anstiege in Folge, und/oder PSA-Anstiegsgeschwindigkeit (PSAV) betrug weniger als 0,05 Nanogramm pro Jahr.

Günstig: nicht detektierbares PSA

Von den Patienten der Gruppe eins - dazu gehörten 419 Teilnehmer - überlebten 95 Prozent die ersten sieben Jahre ohne biochemisches Rezidiv. Ebenso gute Aussichten hatten die Patienten der Gruppe zwei mit stabil niedrigen Werten - ihr gehörten 93 Teilnehmer an - mit einer rezidivfreien Überlebensquote von 94 Prozent.

In der Gruppe drei mit instabilem PSA - das waren 54 Teilnehmer - war dieser Vorteil lediglich 37 Prozent der Patienten vergönnt (J Urol 2014, online 21. Mai).

Nach Abgleich von anderen Risikofaktoren taugten letztlich nur vier Parameter zur Vorhersage eines biochemischen Rezidivs: der Gleason-Score, das Tumorstadium, die chirurgischen Ränder - und die PSA-Gruppe, berichten die Autoren.

Die Chance, in den nächsten drei Jahren ohne biochemisches Rezidiv zu bleiben, war mit nicht detektierbarem PSA gut 15-mal so hoch wie mit niedrigem instabilem PSA. Zwischen den Gruppen mit nicht messbarem und mit stabilem PSA bestand dagegen kein Unterschied.

"Patienten mit stabil niedrigen PSA-Werten verhalten sich wie Patienten mit einem PSA-Spiegel unter der Nachweisgrenze", schließen Dmitry Koulikov und Kollegen aus den Ergebnissen.

Diesen Männern könne und solle man Angst, Toxizität und Kosten einer weiteren Behandlung ersparen. Die Ärzte um Koulikov weisen allerdings einschränkend darauf hin, dass ihre Studie eine zu kurze Laufzeit hatte, um einen Zusammenhang zwischen einem Anstieg des PSA auf Werte unterhalb von 0,2 Nanogramm pro Milliliter und dem krebsspezifischen Überleben erkennen zu können.

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