Ärzte Zeitung, 12.11.2014

Chemosaturation

Neue Therapie bei Metastasen in der Leber

HANNOVER. An der MHH wurde die Chemosaturation bei zwei Patienten mit Lebertumoren erfolgreich eingesetzt. Sie biete besonders Patienten, bei denen keine andere Therapie mehr anspricht, die Möglichkeit, den Tumor effektiv zu bekämpfen, teilt die MHH mit.

Bei der Chemosaturation wird die Leber durch die Schlagader mit einem hochdosierten Chemotherapeutikum geflutet. Während des Eingriffs wird die Leber durch einen zweiten Katheter vom übrigen Blutkreislauf isoliert, das Leberblut wird außerhalb des Körpers durch besondere Filter geleitet.

Das gereinigte Blut wird dann wieder dem Blutkreislauf zugefügt. Dadurch sind die Nebenwirkungen des Zytostatikums geringer. Die Patienten können nach einem Klinikaufenthalt von wenigen Tagen wieder ihren alltäglichen Gewohnheiten nachgehen, so die MHH.

Die Chemosaturation könne bei nicht operablen bösartigen Tumoren der Leber oder metastasierten Tumoren, die auf die Leber beschränkt sind, eingesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Lebermetastasen beim kolorektalem Karzinom, beim Melanom oder beim Aderhautmelanom im Auge. Auch lebereigene Tumoren können mit der Methode behandelt werden.

Die minimal-invasive Methode werde bislang nur an wenigen spezialisierten Kliniken in Deutschland angewendet. (eb)

Topics
Schlagworte
Krebs (10260)
Onkologie (7799)
Organisationen
MHH (738)
Krankheiten
Krebs (5081)
Melanom (841)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »