Direkt zum Inhaltsbereich

Augentumoren

Impfung gegen Metastasen

In einer klinischen Studie wird untersucht, ob sich mit gezielter Immunisierung bei Patienten mit Aderhautmelanom der Bildung von Metastasen vorbeugen lässt.

Veröffentlicht:

ERLANGEN. Ein neuartiges Impfverfahren soll zukünftig die Heilungschancen von Patienten mit Aderhautmelanom verbessern. Bei dem Augentumor bilden sich sehr schnell Metastasen, die sich kaum noch behandeln lassen. Wissenschaftler der Universität Erlangen haben nun einen Impfstoff gegen die Tumorzellen entwickelt, meldet die Deutsche Krebshilfe.

Derzeit untersuchen sie die Wirksamkeit ihres Verfahrens in einer klinischen Studie. Die Deutsche Krebshilfe fördere das Forschungsprojekt mit 2,4 Millionen Euro.

Das Aderhautmelanom ist der häufigste bösartige Tumor des Auges. Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko — zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr ist es besonders hoch. Wird der Tumor nicht früh genug behandelt, bilden sich in vielen Fällen Metastasen — auch wenn der Tumor entfernt oder bestrahlt wurde.

"Wir wollen verhindern, dass sich überhaupt erst Metastasen bilden", wird Privatdozentin Dr. Beatrice Schuler-Thurner, Leiterin der Abteilung Experimentelle Immuntherapie des Universitätsklinikums Erlangen in einer Mitteilung der Deutschen Krebshilfe zitiert.

"Dazu ist es nötig, eine gezielte Immunantwort gegen den Tumor aufzubauen."

Das Konzept der Forscher: Sie stellen einen Immuncocktail aus zuvor entnommenen Dendritischen Zellen beladen mit Tumorerkennungsmerkmalen des Patienten her — einen personalisierten und gezielt auf den Tumor zugeschnittenen Impfstoff, heißt es in der Mitteilung.

"Zurück im Patienten aktiviert der Impfstoff die Killerzellen ohne Umwege und zögert das Auftreten von Metastasen hinaus — im besten Fall verhindert er sie für immer", so Schuler-Thurner.

200 Patienten aus neun deutschen Augenkliniken sollen nun in die sechs Jahre dauernde klinische Studie aufgenommen werden. Betroffene, die sich für eine Teilnahme an der Studie interessieren, können sich bei der Universitätsklinik Erlangen melden. (eb)

Weitere Infos unter der Nummer 09131/8545833 und per E-Mail unter experimentelle-immuntherapie@ uk-erlangen.de.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein arzt schaut einem alten Patienten genau ins Gesicht

© Yuri Arcurs / adobe.stock.com

Leitlinie

Wie Sie Schmerzen bei Demenz-Patienten erkennen

Ein verschrumpelter roter Luftballon mit ganz wenig Luft.

© Jörg Lantelme / Stock.adobe.com

Von ungefährlich bis akut lebensbedrohlich

Leitsymptom Dyspnoe: So geht’s rasch zur richtigen Diagnose