Ärzte Zeitung, 07.05.2015

Penis-Krebs

Wenn möglich eine Organ-erhaltende Op!

Bei Patienten mit Peniskarzinom hat sich in den letzten Jahren eine möglichst Organ-erhaltende Op durchgesetzt.

DÜSSELDORF. "Die Entwicklung zur organerhaltenden Tumorchirurgie beim Peniskarzinom stellt für unsere Patienten einen großen Therapiefortschritt dar", sagt Professor Oliver Hakenberg, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU).

Basierend auf den evidenzbasierten Leitlinien zur Therapie des Peniskarzinoms der European Association of Urology (EAU) wird seit 2010 - wenn möglich - mit einem geringeren Sicherheitsabstand zum Tumor operiert, sodass vielen Männern mit frühen Tumorstadien eine Penisteilamputation erspart bleiben kann, teilt die DGU mit.

Wenn der Tumor noch nicht in die umliegenden Gewebe vorgedrungen ist, komme unter Umständen auch eine Lasertherapie oder eine Bestrahlung infrage.

"Im Gegensatz zur partiellen oder totalen Penisamputation bedeutet der Organerhalt eine enorme Entlastung für die Betroffenen. Sie können weiterhin sexuell aktiv sein und meist ohne Beeinträchtigung Wasser lassen", so Hakenberg in der Mitteilung.

Die weniger radikalen Op-Verfahren brächten allerdings eine veränderte, engmaschige Nachsorge über mindestens fünf Jahre mit sich, um Rezidive, rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Die EAU-Leitlinie sieht in den ersten beiden Jahren alle drei Monate, danach halbjährliche Kontrollen vor. Treten bei einem Peniskarzinom Metastasen in den Leistenlymphknoten auf, werden diese entfernt, parallel mit einer Chemotherapie behandelt und in der Nachsorge ebenfalls streng kontrolliert.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Hakenberg bei der Verbesserung der Therapie lymphknotenmetastasierter Stadien des Penis-Ca: "Dies kann nur durch multimodale Therapie erreicht werden. Eine Verbesserung der Chemotherapie ist dringend notwendig."

Der 67. DGU-Kongress findet vom 23. bis 26. September 2015 im Congress Center Hamburg statt: www.dgu-kongress.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »