Ärzte Zeitung, 13.11.2015

Signalübertragung

Blutgerinnung unterstützt Stammzellen

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz haben eine neue Funktion des Blutgerinnungssystems entdeckt.

MAINZ. Stammzellen haben im menschlichen Körper ja blutbildende Funktion. Wie es gelingt, die Stammzellen im schützenden Umfeld des Knochenmarks zu erhalten und welche Rolle das Gerinnungssystem dabei spielt, fanden jetzt Forscher um Professor Wolfram Ruf von der Universitätsmedizin Mainz in Zusammenarbeit mit Professor Tsvee Lapidot vom Weizmann Institute of Science in Rehovot (Israel) heraus.

Sie entdeckten, dass das Gerinnungssystem eine Verankerung der Stammzellen im Knochenmark durch Signalübertragungswege verstärkt (Nat Med 2015; 21(11): 1307-17).

Bislang ging man davon aus, dass diese Signalübertragungswege ausschließlich dem Erhalt der Gefäßfunktion dienen, teilt die Uni Mainz mit. "Diese Arbeiten zeigen, dass das Gerinnungssystem über die Hämostase hinaus eine unerwartete unterstützende Funktion für blutbildende Stammzellen im Umfeld des Knochenmarks ausübt", wird Ruf in der Mitteilung zitiert.

Stammzellen seien für die lebenslange, kontinuierliche Erneuerung aller zellulären Bestandteile des Blutes unentbehrlich.

Ruf fand auch heraus, dass eine unter Stressbedingungen verstärkte Aktivierung der Gerinnung, wie sie typischerweise nach Verletzungen auftritt, die Stammzellen mobilisiert. Die Aktivierung von Stammzellen ist für eine gesteigerte Blutbildung unter Belastungen wesentlich. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »