Ärzte Zeitung online, 24.11.2015

Online-Hilfe

Neues Beratungsportal für junge Erwachsene mit Krebs

Wie geht es nach einer Krebserkrankung im Studium weiter? Welche Unterstützung gibt es? Ein neues Internetportal will jungen Erwachsenen mit Krebs bei solchen Fragen helfen.

Von Jonas Tauber

BERLIN. Ein neues Online-Portal der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs soll junge Krebspatienten bei Fragen rund um ihre finanzielle und soziale Situation unterstützen.

Über www.junges-krebsportal.de können sich Betroffene im Alter zwischen 18 und 39 Jahren mit ehrenamtlich tätigen Sozialmedizinern austauschen.

"Das Ziel ist, eine persönliche Interaktion zu ermöglichen", sagte Professor Mathias Freund, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). "Es kann ein Telefongespräch vereinbart werden oder auch eine Sprechstunde."

Der Stiftung zufolge gibt es in der Altersgruppe rund 15.000 Menschen, bei denen Krebs neu diagnostiziert wurde. Welche Ansprüche sie haben und bei welchen Behörden sie diese beantragen können, müssten sie heute häufig auf eigene Faust recherchieren.

"Bei den Sozialen Diensten der Krankenhäuser sind Patienten zwar sehr gut aufgehoben", sagte Dr. Ulf Seifart, wissenschaftlicher Projektleiter und Chefarzt der Klinik "Sonnenblick" der Deutschen Rentenversicherung in Marburg. "Aber viele können deren Angebot nicht wahrnehmen."

Ambulante Patienten würden die Sozialdienste meist nicht erreichen. Hausärzte wiederum seien mit dem Thema häufig überfordert, sagte er.

Fragen können direkt gestellt werden

Für eine Nutzung des Krebsportals registrieren sich Betroffene auf der Homepage, erklärte Freund. Über ihren Nutzerbereich können sie einen Fragebogen ausfüllen oder direkt Fragen stellen.

"Wir empfehlen zusätzlich, dass ein aktueller Arztbrief hochgeladen wird, weil die Patienten wichtige Details ihrer Diagnose oft nicht kennen", sagte er.

Über die Postleitzahl wird der Nutzer dann mit einem Berater möglichst in der Nähe vernetzt, damit ein persönliches Treffen nicht mit zu großem Aufwand verbunden ist. Die Stiftung kooperiert mit 50 Sozialmedizinern mit Fachkenntnissen, zehn von ihnen sind bereits geschult und derzeit einsatzbereit.

Mit dem Portal will die 2014 gegründete Stiftung auch wichtige Erkenntnisse über junge Krebspatienten gewinnen.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Seifart soll ausgewertet werden, was die zentralen sozialen und finanziellen Fragestellungen sind und an welcher Stelle es derzeit Handlungsbedarf gibt.

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