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Pflanzliche Substanzen

Wirkstoffmix für schonende Krebstherapie?

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SAARBRÜCKEN. Ein internationales Team aus 180 Forschern und Medizinern hat zahlreiche Daten aus Studien ausgewertet und gezeigt, dass eine Mischung bestimmter Wirkstoffe das Wachstum aggressiver Tumore hemmen könnte (Semin Cancer Biol. 2015; 35 Suppl: 276-304).

Das Besondere: Die Substanzen stammen meist aus Pflanzen und wirken schonender als herkömmliche Chemotherapeutika, heißt es in einer Mitteilung der Uniklinik des Saarlandes. An der Arbeit war auch der Homburger Dermatologe Professor Jörg Reichrath beteiligt.

Das Forscherteam aus 22 Ländern ist der Frage nachgegangen, inwieweit sich Tumore mit einer Mischung schonenderer Wirkstoffe behandeln lassen. Dazu haben die Wissenschaftler zunächst bestimmte Schlüsselstellen in den Stoffwechselwegen verschiedener Krebsarten identifiziert, heißt es in der Mitteilung. Insgesamt 74 solcher molekularen Stellen hatten die Forscher im Fokus.

Das Hauptaugenmerk der Studie lag auf Substanzen, die in Pflanzen und Lebensmitteln vorkommen. Zu ihnen zählen zum Beispiel Resveratrol, das in Weintrauben vorkommt, oder Kurkuma. Forscher haben für beide Substanzen schon nachgewiesen, dass sie Krebszellen abtöten.

Insgesamt haben die Forscher Daten aus zahlreichen Studien ausgewertet und dabei simuliert, in welcher Kombination die Stoffe ihre Wirkung am besten entfalten können.

"Die einzelnen Substanzen greifen einen Tumor an verschiedenen Stellen an, etwa im Genom oder bei der Zuckeraufnahme", wird Reichrath zitiert. "Dabei können sie sich in ihrer Wirkung hemmen oder ergänzen."

Bei rund 67 Prozent der untersuchten Stoffe haben die Forscher gezeigt, dass sich die Wirkungen ergänzen würden und das Tumorwachstum gestoppt werden könnte.

In Folgestudien müsste nun geklärt werden, inwieweit die Mischungen ihre Wirkung am besten entfalten und wie die Chancen stehen, aggressive Tumore damit erfolgreich zu behandeln. (eb)

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