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Kommentar – Chemotherapie

Albtraum Haarausfall

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:

Was Haarausfall bei Chemotherapie für eine Krebspatientin bedeutet, lässt sich von Nichtbetroffenen kaum ermessen. Fast jede zweite befragte Frau mit Brustkrebs bewertete in einer Studie die Alopezie als den traumatischsten Aspekt der Chemo; jede Zwölfte gab an, deswegen sogar auf notwendige Therapien verzichten zu wollen. "Es war am schlimmsten, dass jeder sofort sehen konnte, dass man ein größeres Problem hat; egal, auf welchem Weg man versucht, es zu kaschieren", so eine Betroffene.

Viele Klinikteams begleiten die Patientinnen nicht ausreichend. Dabei könnten eine gute Aufklärung und ein zugewandter Umgang mit der Betroffenen viel von dem Schrecken des Haarverlusts nehmen.

Wichtig ist aber auch, darauf hinzuweisen, dass es heute Mittel gibt, die Alopezie deutlich zu bremsen oder sogar ganz zu vermeiden: Mit dem "Scalp Cooling", einer Kühlkappe, die die Patientin während der Infusion trägt, bleibt nach aktuellen Studien jeder zweiten Frau ein entstellender Haarausfall erspart. Entsprechende Systeme werden bereits in mehreren deutschen Zentren eingesetzt. Zum Beispiel wird am Brustzentrum der LMU München ein solches System in der "EvaSCALP"-Studie evaluiert. Bei der Patientenberatung sollten auch diese neuen Möglichkeiten angesprochen werden!

Lesen Sie dazu auch: Kältekappe gegen Haarausfall durch Chemo

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