Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar – Op-Mindestmengen

Qualität mit Konsequenz

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Die Zahlen sind beeindruckend. Bei hoch komplexen onkologischen Operationen müssten in Deutschland rechnerisch jährlich knapp 600 Menschen weniger sterben, wenn Mindestmengen für diese Operationen konsequent umgesetzt würden.

Die Rechnung stammt aus dem Qualitätsmonitor 2018 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Die Unterschiede der Sterberaten etwa bei Lungenkrebs-Operationen zwischen Häusern mit "Gelegenheitschirurgie" und spezialisierten Zentren sind demnach exorbitant. Ähnlich sieht es bei Darmkrebs-, Pankreas- und Speiseröhren-Op aus.

Nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss sein Instrumentarium zur Durchsetzung von Mindestmengen im Auftrag des Gesetzgebers in der vergangenen Woche neu justiert hat, könnten diese nun tatsächlich zu einem scharfen Schwert der Qualitätskontrolle werden.

Das wird zwar noch etwas dauern – die Mühlen des GBA mahlen bekanntlich langsam. Aber die daraus folgenden Strukturanpassungen werden die Kliniklandschaft nachhaltig verändern. 75 Milliarden Euro hat Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands, jetzt bis 2025 für den Aufbau spezialisierter Zentren gefordert – eine Menge Holz. Bleibt die Frage: Wer soll das bezahlen? Etwa die Länder?

Lesen Sie dazu auch: Qualitätsmonitor: Kontra Gelegenheitschirurgie – AOK fordert mehr Zentren

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikopatienten identifizieren

Osteoporose: So verhindern Sie die (nächste) Fraktur

Lesetipps
Group of people over vintage colors background smiling with hands on chest with closed eyes and grateful gesture on face. Health concept.

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Schematische Darstellung der Lunge mit Bakterienbesiedlung.

© Working Moments / stock.adobe.com

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen