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Krebs

Körpereigener Tumorblocker entdeckt

Wissenschaftler haben neue Eigenschaften eines Proteins entdeckt: Es wirkt gegen Virusinfektionen und Krebs.

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MAINZ. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz (UMM) haben einen neuen Faktor der körpereigenen Immunabwehr identifiziert: MYPOP – ein bislang wenig bekanntes Protein. MYPOP unterdrückt die Bildung neuer viraler Bausteine und wirkt als Tumorsuppressor, teilt die UMM mit.

Es verhindert die Teilung der Tumorzelle und tötet Krebszellen ab. Dies stellten die Forscher bei Untersuchungen zur Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) fest (Oncogene 2018, online 17. Juli).

Onkogene HPV-Typen sind bekanntlich ein wichtiger Faktor für das Auftreten von Zervixkrebs und weiteren Tumoren im Genital-, Mund- und Rachenbereich.

Das Team um Privatdozentin Luise Florin vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der UMM untersucht, wie eine Infektion durch HPV abläuft.

Wie die Wissenschaftler in ihrer jüngsten Studie feststellten, besitzt MYPOP, ein Myb-verwandter Transkriptionsfaktor, zentrale antivirale Eigenschaften: Es erkennt eindringende Papillomviren inklusive ihrer DNA.

Daraufhin bindet es sich an das virale Kapsidprotein und die virale Kontrollregion der DNA. Dadurch vermindert sich die Expression der viralen Gene, wodurch die Infektion der Schleimhautzellen blockiert und langfristig die Tumorentstehung verhindert werden.

MYPOP besitzt somit antivirale und antitumor Eigenschaften. Damit haben die Mainzer Forscher einen neuen Faktor der zellulären intrinsischen Immunabwehr, einen sogenannten Restriktionsfaktor, identifiziert.

Wie die Forscher zudem feststellten, fehlt den HPV-Tumorzellen das normalerweise in Hautzellen in hohen Mengen vorhandene MYPOP. Grund dafür ist ein virales, krebserzeugendes Protein, das den Abbau von MYPOP induziert.

 Wenn die Wissenschaftler allerdings MYPOP in die Tumorzellen wieder einbrachten, konnten sich die Zellen nicht mehr ungehemmt teilen. Auch in anderen Krebszellen beobachteten die Wissenschaftler diesen Effekt. Ob MYPOP als Ansatzpunkt für Therapien gegen Virusinfektionen und/oder Krebs dienen kann, werden zukünftige Forschungsarbeiten zeigen müssen. (eb/ikr)

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