Ärzte Zeitung, 01.06.2004

Lungenkrebs - Gemcitabin plus Platin ist besonders wirksam

Bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchial-Ca längere Progressionsfreiheit als mit anderen Kombinationen / Metaanalyse aus 13 Studien

BERLIN (nsi). Für die Chemotherapie von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchial-Ca (NSCLC) der Stadien III b oder IV und gutem Allgemeinzustand gilt seit kurzem die platinhaltige Zweierkombination als Standard der Erstlinientherapie. Mit Recht, wie eine Metaanalyse belegte.

Sprechen Patienten nicht an, sollte die Therapie aber nach vier Zyklen enden. Als Maximum gelten derzeit sechs Zyklen dieser Chemotherapie, wie Dr. Wolfgang Schütte vom Städtischen Klinikum Martha Maria in Halle beim Krebskongreß in Berlin gesagt hat. Gemcitabin plus ein Platinderivat sei anderen platinbasierten Therapieschemata in der Wirksamkeit überlegen. Platinfreie Zweierkombinationen seien zwar etwas weniger effektiv aber verträglicher als platinhaltige und können daher eine Alternative bei älteren Patienten sein.

Schütte hat zur Platin-haltigen Therapie die Ergebnisse einer Meta-analyse aus 13 klinischen Studien vorgestellt. Darin habe sich eine leichte, aber signifikante Wirksamkeits-Überlegenheit von Gemcitabin (Gemzar®) plus Cis- oder Carboplatin verglichen mit anderen Kombipartnern von Platinderivaten ergeben. Ausgewertet worden sind Daten von 4556 Patienten mit NSCLC (III b oder IV). Nach einem Jahr lebten noch knapp 39 Prozent der Patienten mit Gemcitabin/Platin und 35 Prozent mit anderen Platinkombinationen, etwa Taxanen oder Vinorelbin. Mit Gemcitabin/Platin blieben die Patienten im Schnitt fünf Monate lang progressionsfrei, in der Vergleichsgruppe nur 4,4 Monate, wie Schütte bei einer von Lilly unterstützten Veranstaltung berichtet hat.

40 bis 50 Prozent der Patienten mit einer Erstlinientherapie werden auch second line behandelt, denn das NSCLC ist bei 55 bis 60 Prozent der Patienten bei Diagnose schon metastasiert. Docetaxel als Monotherapie sei bisher die einzige zugelassene Substanz dafür, so Professor Axel-R. Hanauske vom Allgemeinen Krankenhaus St. Georg in Hamburg. Das Antifolat Pemetrexed (Alimta®) habe sich hier in einer Phase-III-Studie als ähnlich wirksam wie Docetaxel erwiesen, sei aber besser verträglich. 571 Patienten mit NSCLC III oder IV und einer Vorbehandlung erhielten entweder Pemetrexed oder Docetaxel. In beiden Gruppen lag die durchschnittliche Überlebenszeit bei acht Monaten, das Einjahresüberleben bei 30 Prozent. Die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung betrug jeweils etwa drei Monate.

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