Forschung und Praxis, 30.07.2004

Bei Lungen-Ca hat Chemo nach Op eindeutig Vorteile

Patienten mit Lungenkrebs im Frühstadium sollten nach der Operation stets eine adjuvante Chemotherapie erhalten. Bestätigt wurde dieses Vorgehen jetzt durch zwei Multicenterstudien, die beim ASCO vorgestellt wurden.

Denn bei alleinigem chirurgischem Eingreifen waren nach vier bis fünf Jahren nur noch die Hälfte der behandelten Patienten am Leben. Wurde dagegen der Eingriff durch eine adjuvante Chemotherapie ergänzt, waren es etwa 70 Prozent.

In einer Untersuchung des National Cancer Institute of Canada waren ein Teil der 482 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) in den Stadien I und II entweder nur operiert worden, oder im Anschluß an die Operation 16 Wochen lang mit der Kombination aus Cisplatin und Vinorelbin behandelt worden.

Die Fünfjahres-Überlebensrate betrug in der Chemotherapie-Gruppe 69 Prozent, bei alleiniger Operation 54 Prozent, berichtete Dr. Timothy L. Winton aus Edmonton in Kanada. Es sei bemerkenswert, daß sich mit einer relativ kurzen Chemotherapie-Phase ein erheblicher Lebenszeit-Gewinn erreichen lasse.

In einer weiteren Studie war ein Teil der 344 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom im Stadium IB nach der Operation mit Paclitaxel und Carboplatin behandelt worden, so Studienleiter Dr. Gary M. Strauss vom Rhode Island Hospital in Providence. Nach vier Jahren lebten von ihnen noch 71 Prozent, jedoch nur 51 Prozent der Patienten, die lediglich operiert worden waren.

Welche Chemotherapie am günstigsten sei, müsse geprüft werden. Strauss favorisiert gegenwärtig Carboplatin, da es besser verträglich sei als Cisplatin. (ner)

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