Ärzte Zeitung, 02.11.2004

Pemetrexed ist verträglichere Therapie-Option

Therapie bei nicht-kleinzelligem Bronchial-Ca / Länger ohne unerwünschte Wirkungen als bei Docetaxel-Behandlung

WIEN (gvg). Verglichen mit der bisherigen Standardtherapie ist eine Zweitlinien-Chemotherapie mit Pemetrexed die besser verträgliche Alternative für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC). Das belegt eine Studie, die auf dem Europäischen Onkologenkongreß in Wien vorgestellt wurde.

Das Medikament Pemetrexed (Alimta®) ist ein neues Chemotherapeutikum, das seit September in Europa für die Second-line-Chemotherapie bei Patienten mit NSCLC und in Kombination mit Cisplatin für die Primärtherapie von Patienten mit Pleuramesotheliom zugelassen ist. Die Substanz greift in den Folsäure-Stoffwechsel ein und wird alle drei Wochen als Kurzinfusion zusammen mit Folsäure und Vitamin B12 verabreicht.

In einer Studie mit 541 Patienten fanden Onkologen heraus, daß Pemetrexed genauso effektiv ist wie Docetaxel, die bisher einzige Substanz, die für die Zweitlinien-Chemotherapie bei NSCLC-Patienten zugelassen ist. Die mediane Überlebenszeit der Patienten betrug jeweils etwa acht Monate.

Beim Onkologenkongreß wurden jetzt die Auswertungen der Verträglichkeitsdaten als Poster präsentiert. Ermittelt wurde die Zeit, die Patienten in beiden Therapie-Regimen ohne schwerwiegende unerwünschte Wirkungen (Grad IV) verbrachten. Die Zeit dieses als "toxizitätsfreies Überleben" bezeichneten Intervalls betrug siebeneinhalb Monate in der Pemetrexed- und 2,3 Monate in der Docetaxel-Gruppe. Der Unterschied war statistisch signifikant.

Der Unterschied entstand vor allem dadurch, daß bei der Therapie mit Pemetrexed seltener solche Neutropenien auftraten, die eine Therapie erforderlich machen. "Pemetrexed ist eine wirksame, gut applizierbare und sehr gut verträgliche Option bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, die eine große Bedeutung bei dieser Patientengruppe erlangen wird", so Professor Christian Manegold von der Universität Heidelberg auf einer Veranstaltung des Herstellers Lilly.

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