Ärzte Zeitung, 29.09.2005

Neue Option für Patienten mit Bronchialkarzinom

Wachstumsrezeptor-Blocker verlängert Leben / Indiziert für Patienten, denen vorherige Therapie nicht geholfen hat

FRANKFURT AM MAIN (ner). Der Rezeptorblocker Erlotinib für Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) kann jetzt auch in Deutschland rezeptiert werden. Das Mittel verlängert die Überlebenszeit und lindert Symptome wie Luftnot, Husten und Schmerzen.

Seit Mitte September ist Erlotinib, wie gemeldet, als Tarceva® EU-weit zugelassen. Indiziert ist es, wenn mindestens eine vorangegangene Chemotherapie versagt hat. In der Zulassungsstudie mit mehr als 700 Patienten mit NSCLC, die teilweise zuvor mehrfach chemotherapeutisch behandelt worden waren, hatte sich die Überlebenszeit in der Verumgruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe um zwei Monate verlängert.

Bei neun Prozent der Patienten kommt es unter Verum zu einer mindestens 50prozentigen Tumorrückbildung. Für diese Menschen sei der Lebenszeitgewinn deutlich länger, betonte Professor Martin Wolf aus Kassel bei der Einführungspressekonferenz von Hoffmann-La Roche in Frankfurt am Main. Insgesamt lebte etwa die Hälfte der Patienten durch die Behandlung mit dem Wachstumsrezeptor-Blocker länger als mit bester palliativer Versorgung. Außerdem werden krankheitsbedingte Symptome signifikant gelindert.

Wem die Behandlung am meisten nutzt, konnten Subgruppenanalysen nur teilweise klären. Ob ein Patient anspreche, werde meist innerhalb von vier bis acht Wochen deutlich, sagte Professor Michael Thomas aus Heidelberg. Ein Zeichen dafür sei der typische Hautausschlag, der zugleich die wichtigste unerwünschte Wirkung ist.

In der Zulassungsstudie war bei 19 Prozent der Patienten wegen toxischer Symptome eine Dosisreduktion notwendig geworden. Nach Wolfs Erfahrung habe dies aber keinen Effekt auf die Wirksamkeit. Dennoch sollte stets mit der 150-mg-Tablette einmal täglich begonnen werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »