Direkt zum Inhaltsbereich

Rezidivtherapie bei kleinzelligem Lungenkarzinom erfolgreich

FRANKFURT AM MAIN (mop). Erstmals ist jetzt nachgewiesen worden, daß eine Rezidivtherapie beim kleinzelligen Lungenkarzinom einen Überlebensvorteil bringt. In der randomisierten Phase-3-Studie war die mittlere Überlebenszeit mit Topotecan in allen Untergruppen nahezu verdoppelt, wie Professor Martin Wolf vom Klinikum Kassel berichtet hat.

Veröffentlicht:

Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) ist ein aggressiver Tumor: 80 bis 90 Prozent der Patienten bekommen ein Rezidiv. Tritt es binnen drei Monaten nach Ende der Erstlinientherapie auf, gilt das SCLC als therapierefraktär. Der Nutzen einer Rezidivtherapie war dann bisher fraglich.

Insgesamt nahmen 141 Patienten mit "limited" oder "extensive" SCLC an der Studie teil, die jetzt auf der Einführungs-Pressekonferenz des Unternehmens GlaxoSmithKline vorgestellt wurde. Bei ihnen war das Rezidiv ab dem 45. Tag nach Ende einer erfolgreichen Erstlinientherapie aufgetreten. Sie erhielten entweder vier Zyklen Topotecan oral (2,3 mg/m2) über 5 Tage plus Best Supportive Care (BSC) oder BSC alleine.

Die mit Topotecan behandelten Patienten hatten eine fast doppelt so lange mittlere Überlebenszeit wie Patienten im BSC-Arm, und zwar 25,9 Wochen versus 13,9 Wochen. Verdoppelt hatte sich auch die Überlebensrate nach 6 Monaten (48,8 versus 25,7 Prozent). Von klinischer Bedeutung ist, daß auch Patienten mit ungünstiger Prognose profitierten, betonte Wolf. So betrug die mediane Überlebenszeit der Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand im Topotecan-Arm 20,9 im Vergleich zu 7,7 Wochen im BSC-Arm. Und sowohl den Patienten mit frühem Rezidiv als auch denjenigen mit einer therapiefreien Zeit von mehr als 60 Tagen brachte die Behandlung einen Überlebensvorteil.

Der Vorteil der Topotecan-Behandlung bestand auch in den Untergruppen der Frauen, der Männer oder der Patienten mit Lebermetastasen. Mit dem Wirkstoff nahm die Lebensqualität der Patienten deutlich weniger ab als mit BSC. Wesentliche unerwünschte Wirkungen waren Neutropenie und Thrombozytopenie. Diese hämatologischen Toxizitäten waren aber nicht kumulativ und wurden im Therapieverlauf eher seltener. Topotecan (Hycamtin®) hat bereits im Januar von der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA die erweiterte Zulassung für die Therapie beim rezidivierten kleinzelligen Lungenkarzinom erhalten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom

NSCLC: Chemoimmuntherapie besser morgens verabreichen?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Von ungefährlich bis akut lebensbedrohlich

Leitsymptom Dyspnoe: So geht’s rasch zur richtigen Diagnose

Primäre und sekundäre Formen

Immundefekte erkennen: So klappt’s in der Praxis

Lesetipps
Seltene Erkrankungen haben ihren Namen nicht umsonst. Zählt man sie jedoch alle zusammen, so sind es etwa 8.000 Erkrankungen mit rund 4 Millionen Betroffenen in Deutschland.

© Orawan / stock.adobe.com

Oft langer Weg bis zur Diagnose

Wie Sie Patienten mit seltenen Erkrankungen früher erkennen

Eine Frau sitzt im bett und hustet.

© Sonja Monstein / stock.adobe.com

Fehlerhaftes Immunsystem

So unterscheiden sich primäre und sekundäre Immundefekte