Ärzte Zeitung, 19.07.2006

Hyperthermie plus Bestrahlung - Option bei Lungenkrebs

Kombinationstherapie ist in Deutschland noch nicht Routine / Studie bei Patienten mit inoperablem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom

BALTIMORE (ddp.vwd). Eine Kombination aus Hyperthermie und Bestrahlung hat sich in einer kleinen Studie als vorteilhaft für Patienten mit Lungenkrebs erwiesen. Sie ergab günstige Auswirkungen auf Lebenszeit und Rezidivrate.

Das berichten Professor Damian Dupuy und Kollegen aus Providence in den USA (J Vasc Int Rad 17, 2006, 7). Die Forscher untersuchten 41 Patienten mit inoperablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs der Stadien I und II, die sieben Jahre lang nur mit Bestrahlung oder mit Bestrahlung plus Hyperthermie behandelt worden waren.

Von den Patienten, die nur bestrahlt worden waren, lebten nach einem Jahr noch 57 Prozent, nach zwei Jahren 36 Prozent und nach drei Jahren 21 Prozent. Die Überlebensrate bei kombinierter Therapie war deutlich höher: 87 Prozent nach einem Jahr, 70 Prozent nach zwei und 57 Prozent nach drei Jahren. Auch die Rezidivrate war mit Kombitherapie geringer.

Herkömmliche Bestrahlung sei besonders effektiv, um Zellen am Rand des Tumors abzutöten, erreiche das Zentrum des Tumors jedoch schlechter, so Dupuy. Die Hyperthermie hingegen erreiche den Kern des Tumors, lasse aber oft Zellen am Rande übrig. Werden beide Verfahren kombiniert, habe das Vorteile, so Dupuy.

In Deutschland wird die Kombination aus Bestrahlung und Hyperthermie bisher nicht routinemäßig angewandt, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mitteilt. Es liegen zu wenige Studien vor, die eine bessere Wirksamkeit im Vergleich zur konventionellen Behandlung belegten.

Bei einigen Tumorarten könne die Kombinationstherapie jedoch sinnvoll sein, schreibt die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hyperthermie der Deutschen Krebsgesellschaft. Dies sei für bestimmte Formen von Prostata- und Darmkrebs der Fall.

Weitere Infos im Internet unter: www.hyperthermie.org

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