Ärzte Zeitung, 25.02.2008

Mit Antikörper gegen Bronchial-Ca

Bevacizumab-Therapie verlängert mediane Lebenszeit bei metastasierten Tumoren

BERLIN (grue). Erhalten Patienten mit metastasiertem Lungenkrebs zusätzlich zu einer Chemotherapie den Antikörper Bevacizumab, verlängert das ihre Überlebenszeit auf median zwölf Monate. Ein solcher Therapie-Erfolg wurde bisher mit keiner anderen Behandlung erreicht.

 Mit Antikörper gegen Bronchial-Ca

Verdacht bei der Auskultation - ist es ein Tumor?

Foto: Franz Pfluegl@www.fotolia.de

Ohne Bevacizumab (Avastin®) betragen die medianen Überlebenszeiten mit First-Line-Chemotherapien beim metastasiertem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) acht bis zehn Monate. Zwei kontrollierte Studien haben nun ergeben, dass Bevacizumab in Kombination mit einer carboplatinhaltigen Chemotherapie bei Patienten mit NSCLC (ohne Plattenepithel-Histologie) die mediane Lebenszeit signifikant auf 12,3 Monate verlängert. Darauf hat Professor Frank Griesinger aus Oldenburg bei einer Veranstaltung von Roche Pharma hingewiesen.

Auch zusammen mit dem Standardregime Cisplatin/Gemcitabin ist der Antikörper gemessen am progressionsfreien Überleben (PFS) ähnlich wirksam. Das PFS beträgt bis zu 6,7 Monate bei einer Therapie mit Bevacizumab 7,5 mg/kg alle drei Wochen in Kombination mit Cisplatin/Gemcitabin.

Bereits nach drei Monaten war die Bevacizumab-Kombination der alleinigen Chemotherapie überlegen. "Die Therapie mit Bevacizumab war bei allen Subgruppen von Patienten wirksam", sagte Griesinger. Geschlecht, Alter, Krankheitsstadium und andere Faktoren beeinflussen die Effektivität nicht. Daten zum Gesamtüberleben stehen noch aus.

"Schon jetzt lässt sich sagen, dass die Kombination von Bevacizumab mit Cisplatin/Gemcitabin gut verträglich ist", so Griesinger. Bevacizumab wird zusammen mit verschiedenen (meist platinhaltigen) Chemotherapien derzeit in einer offenen Studie mit 2000 Patienten geprüft. Für 75 Patienten liegen bereits erste Ergebnisse vor. "Bei ihnen ist die Zahl der Remissionen und Tumorstabilisierungen mit insgesamt 85 Prozent erfreulich hoch", sagte der Onkologe.

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