Direkt zum Inhaltsbereich

Niedrigdosis-CT

Lungenkrebsrisiko lässt sich abschätzen

Kanadische Gesundheitsforscher haben anhand von Modellrechnungen Parameter ermittelt, mit denen sich die Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs bei Patienten abschätzen lässt. Analysiert wurden Rundherde im Gewebe, die beim CT-Screening nachgewiesen werden.

Veröffentlicht:

VANCOUVER. Wie lässt sich das Risiko für Lungenkrebs abschätzen? Das haben Forscher anhand der Ergebnisse von zwei Studien errechnet, in denen die Lungen von Hochrisikogruppen mit Niedrigdosis-CT gescreent worden waren.

Die Wissenschaftler um Dr. Annette McWilliams vom General Hospital in Vancouver haben hierfür die Daten der PanCan-Studie (Pan-Canadian Early Detection of Lung Cancer) und der BCCA-Studie (British Columbia Cancer Agency) analysiert (NEJM 2013; 369: 910). Erfasst wurden pulmonale Lungenherde in verschiedenen Größen.

Die PanCan-Studienteilnehmer waren Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren. Sie hatten auf der Basis eines anderen Vorhersagemodells ein Risiko von wenigstens zwei Prozent, binnen drei Jahren, an Lungenkrebs zu erkranken.

Teilnehmer der BCCA-Studie waren Raucher mit einem Konsum von 30 Packungsjahren; sie hatten also zum Beispiel 30 Jahre lang täglich eine Packung Zigaretten geraucht. Die Probanden waren bisher nicht an Krebs erkrankt.

In der PanCan-Studie wurden bei 1871 Teilnehmern per Niedrigdosis-CT insgesamt etwa 7000 Rundherde entdeckt, von denen 102 maligne waren. In der BCCA-Studie spürten die Ärzte bei 1090 Teilnehmern insgesamt 5021 pulmonale Rundherde auf, von denen sich 42 als maligne erwiesen. Die Tumorrate lag damit bei 5,5 und 3,7 Prozent.

Aufgrund der Modellrechnungen eigneten sich mehrere Faktoren als Vorhersageparameter: unter anderen höheres Alter, weibliches Geschlecht, Lungenkrebs in der Familienanamnese, Emphysem, Rundherde mit größeren Durchmessern, Lokalisation der Rundherde in den oberen Lungensegmenten sowie sternförmige (spikulierte) Rundherdbegrenzung.

Die pulmonalen Rundherde mit den größten Durchmessern seien maligne gewesen oder sie hätten sich später im Follow-up als maligne erwiesen, so die Wissenschaftler.

Wie gut die Berechnungsmodelle sind, zeigt sich an dem ermittelten AUC-Wert (area under the receiver-operating-characteristic curve) von mindestens 0,94. Perfekt wäre der Wert 1 gewesen, ein Wert von 0,5 hätte auf ein Zufallsmodell gedeutet.

Selbst bei Rundherden, die einen Durchmesser von höchstens 10 mm haben, liegt der Berechnung zufolge der AUC-Wert noch über 0,90. In größeren Studien muss nun die Praktikabilität der Modellrechnung noch überprüft werden. (ple)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom

NSCLC: Chemoimmuntherapie besser morgens verabreichen?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Lithiumtherapie aktiviert WNT-Signalweg

Regeneration der COPD-Lunge: Was ist da möglich?

Änderungen im Überblick

So wirkt sich das GKV-Spargesetz auf Praxen aus

Lesetipps
Ärztin untersucht einen Mann an der Schulter

© New Africa / stock.adobe.com

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen