Ärzte Zeitung, 19.03.2014

Lungenkrebs

PET vermeidet unnötige Op

BERLIN. Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) erleichtert bei Krebskranken die Suche nach Metastasen. Nach einer neuen US-Studie (J Nucl Med 2014; online 21. Januar) kann eine PET-Untersuchung mindestens ein Drittel der Patienten, die an Bronchial-Ca erkrankt sind, vor einer unnötigen Op bewahren.

PET sollte daher auch in Deutschland routinemäßig vor einem solchen Eingriff eingesetzt werden, empfiehlt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN). "Um die Therapie optimal planen zu können, sollte PET routinemäßig bei allen Patienten mit Lungenkrebs durchgeführt werden", wird Professor Detlef Moka zitiert, Vorsitzender des BDN.

In den USA sei dies bereits die Regel, so der BDN in seiner Mitteilung. Eine aktuelle Studie habe ergeben, dass der Anteil der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, bei denen eine PET durchgeführt wurde, zwischen 1997 und 2009 von neun auf 91 Prozent gestiegen ist.

"Die Untersuchung wird dort nicht mehr nur bei einem Verdacht auf Fernmetastasen durchgeführt, sondern systematisch zur Beurteilung der Lymphknoten in Tumornähe eingesetzt", so Moka in der Mitteilung des BDN. Dies habe den Anteil der Patienten erhöht, bei denen aus heutiger Sicht auf eine Op verzichtet werden sollte.

Das PET senkte die Zahl der unnötigen Operationen um mindestens ein Drittel, so das Ergebnis der Studie. Dieser Effekt sei allerdings erst in einer speziellen Analyse erkennbar geworden, die die häufigere Anwendung der PET berücksichtigt.

"In den Anfangsjahren, als die PET nur selten zum Einsatz kam, war der Vorteil relativ gering", so Moka. "Erst bei einem routinemäßigen Einsatz machen sich die Stärken der Untersuchung bemerkbar."

Der BDN-Experte rechnet in den nächsten Jahren mit weiteren Verbesserungen. Die technische Entwicklung der PET sei noch nicht zum Abschluss gekommen und viele gesetzliche Krankenkassen gestatteten für ihre Mitglieder bereits jetzt schon auch bei anderen Tumorerkrankungen den Einsatz der PET in der Therapieplanung, meint der Nuklearmediziner. (eb)

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