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Lungenkrebs

Krebsspuren im Blut spiegeln den Therapieerfolg

Die Liquid Biopsy ist möglicherweise eine vielversprechende Methode zur frühen Therapiekontrolle bei Lungenkrebs-Patienten.

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HEIDELBERG. Im Unterschied zur Gewebeprobe werden bei der Liquid Biopsy lediglich ein paar Milliliter Blut entnommen; daraus wird die DNA isoliert und molekular analysiert, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit. Ob die Liquid Biopsy genauso sensitiv und zuverlässig wie eine Gewebeprobe ist und die gewonnenen klinischen Informationen ebenso aussagekräftig sind, wollten Forscher herausfinden.

In Zusammenarbeit mit Kollegen von der Thoraxklinik Heidelberg untersuchten Wissenschaftler vom DKFZ 16 Lungenkrebspatienten, deren Tumoren alle bestimmte Mutationen aufwiesen und die mit einem Tyrosinkinasehemmer (TKI) behandelt wurden (Sci Rep. 2016; online 19. September).

Bis zu zwei Jahre lang sammelten die Wissenschaftler von jedem Patienten regelmäßig Blutplasmaproben, aus denen sie dann die DNA isolierten. Mit digitalen PCR-Tests suchten sie nach mutierter "zellfreier DNA" (cfDNA) und verglichen die Zahl der nachgewiesenen Mutationen mit den klinischen Daten der Patienten zu verschiedenen Zeitpunkten.

Drei interessante Beobachtungen

"Wir wollten testen, ob es überhaupt möglich ist, Mutationsveränderungen im (Blut-)Plasma im zeitlichen Verlauf zu identifizieren, und ob wir diese mit klinischen Parametern in Beziehung setzen können", wird Professor Holger Sültmann, Leiter der Arbeitsgruppe Krebsgenomforschung am DKFZ, in der Mitteilung zitiert. Die Datenanalyse erbrachte drei interessante Beobachtungen.

Erstens veränderte sich die Zahl der Mutationen bei den Patienten übereinstimmend mit dem klinischen Verlauf der Erkrankung.

So zeigte sich bei einem Patienten gleich zu Beginn der TKI-Therapie ein drastischer und unmittelbarer (innerhalb der ersten 26 Stunden) Anstieg der Menge mutierter cfDNA im Blutplasma, was auf eine Vielzahl abgestorbener Krebszellen hindeutet und damit auf ein gutes Therapieansprechen.

Frühzeitige Therapiestrategien möglich

Dieser Spitzenwert fiel kurz darauf wieder ab, was vermuten lässt, dass die TKI-Therapie in den ersten Behandlungstagen ihre größte Wirkung hat. "Das zeigt, dass wir zum Therapiebeginn besonders genau überwachen müssen", so Sültmann.

Die Forscher beobachteten zudem, dass wenig oder gar keine cfDNA im Plasma nachweisbar war, wenn die Krankheit längere Zeit unter Kontrolle war und der Tumor nicht wuchs. Und: Bei Patienten, deren Tumor zurückgekehrt war und die kurz darauf starben, zeigte sich in kurzen Zeitabschnitten ein rascher Anstieg der cfDNA-Konzentration.

Teilweise war dieser Anstieg sogar schon vor dem Auftreten klinischer Anzeichen zu beobachten. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Liquid Biopsy sensitiv genug ist, um Tumorveränderungen in Echtzeit nachzuweisen, heißt es in der Mitteilung.

Dabei habe sie gleichzeitig den Vorteil, dass sie weniger invasiv als eine Gewebeentnahme ist. Die so gewonnenen molekularen Daten könnten den Klinikern auch Informationen liefern, die es erlauben, frühzeitig über geeignete therapeutische Strategien zu entscheiden. (eb)

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