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Endometrium-Ca

Ultraschall hilft früh auf die Spur

Blutungen nach den Wechseljahren können ein Frühsymptom eines Endometriumkarzinoms sein.

Veröffentlicht:

BERLIN. Um die Ursache von Blutungen nach den Wechseljahren zu klären, sollten betroffene Frauen unbedingt einen Gynäkologen aufsuchen, raten Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Mithilfe einer vaginalen Ultraschalluntersuchung kann der Arzt die Ursache der Blutung häufig eingrenzen und das Risiko für ein Endometriumkarzinom ermitteln, teilt die DEGUM mit.

Spezialisierte Untersucher können mithilfe der Farbdopplertechnik und des Kontrastmittelultraschalls weitere Informationen zur Abklärung der Blutung liefern: Neun von zehn an Gebärmutterkrebs Erkrankte würden so korrekt erkannt, wie eine Studie aus Dänemark zeigt (Ultrasound Obstet Gynecol 2014; 43: 557-568). Um die Diagnose zu sichern, sei jedoch eine Gewebeentnahme notwendig.

An einem Endometrium-Ca erkranken in Deutschland etwa 11.500 Frauen jährlich. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei 69 Jahren. Wird der Krebs früh erkannt, sind die Heilungschancen gut.

"Ein wichtiger Anhaltspunkt, um bei Blutungen das Risiko für ein Endometriumkarzinom einzuschätzen, ist die im Ultraschall gemessene Dicke der Gebärmutterschleimhaut", wird Privatdozent Markus Hoopmann, Oberarzt an der Uni-Frauenklinik Tübingen, in der Mitteilung zitiert.

Studien zeigen: Ist die Schleimhaut 5 mm stark oder dicker, haben Frauen mit postmenopausalen Blutungen ein relativ hohes Risiko für ein Endometrium-Ca: Jede Vierte von ihnen ist betroffen. "Bei diesen Frauen ist die Entnahme einer Gewebeprobe und deren Untersuchung auf veränderte Zellen in einem pathologischen Labor unumgänglich", sagt Hoopmann.

Ist die Schleimhaut hingegen weniger als 4 mm dick, sei das Risiko für Gebärmutterkrebs sehr gering und die Suche nach anderen Blutungsursachen stünde im Vordergrund. Das Ergebnis einer Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane sei damit als ein grundlegender Baustein in der weiteren Diagnostik und Therapie der Blutung, so Hoopmann.

Moderne Ultraschalltechniken können bei der Risikoeinschätzung für Uterusmalignome einen wertvollen Beitrag leisten. Wie eine aktuelle dänische Arbeit zeigt, spüren Farbdoppler-Verfahren und Kontrastmittelultraschall Hinweise dafür auf, dass sich ein Krebs gebildet hat.

"Häufig sind in diesem Fall Blutgefäße deutlich sichtbar und in typischer Weise verändert", so Hoopmann. Außer dem Ultraschall zogen die dänischen Forscher für ihre Risikokalkulation auch den Body-Mass-Index (BMI) heran. Denn Übergewicht ist einer der Hauptrisikofaktoren für ein Endometrium-Ca.

Mit einem neu entwickelten Punktesystem wurde bei neun von zehn Frauen, deren Uterusschleimhaut dicker als 5 mm war, ein Endometrium-Ca korrekt identifiziert. "Dieses Ergebnis ist beachtlich und kann dabei helfen, weitere Diagnose- und Behandlungsschritte sinnvoll zu planen", kommentiert Hoopmann.

"Eine Blutung nach den Wechseljahren ist zwar beunruhigend und bedarf der weiteren Abklärung. Eine Krebserkrankung findet sich aber nur bei einer Minderheit der betroffenen Frauen", sagt Hoopmann. Häufig sind Entzündungen, Polypen oder Myome für die Blutung verantwortlich. Nur bei einer von zehn Frauen ist letztlich Gebärmutterkrebs die Ursache. (eb)

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