Ärzte Zeitung App, 16.10.2014

Zervixdysplasien

Zusätzlicher analer Pap-Test lohnt sich

Frauen mit hochgradigen Zervixdysplasien haben womöglich auch ein höheres Risiko für Analkarzinome. Darauf deutet eine neue Studie hin.

Zusätzlicher analer Pap-Test lohnt sich

Humane Papillomaviren erhöhen nicht nur das Risiko für Zervixkarzinome, sondern möglicherweise auch für Analkarzinome.

© Sebastian Schreiter / Springer Verlag

SAN DIEGO. Die Entstehung von Analkarzinomen wird ebenso wie die von Gebärmutterhalskrebs mit onkogenen humanen Papillomaviren (HPV) in Verbindung gebracht.

Dementsprechend mehren sich Hinweise, dass Frauen mit hochgradigen Zervixdysplasien ein erhöhtes Risiko nicht nur für Zervixkarzinome, sondern außerdem für Analkarzinome haben.

Quantifizierung wurde angestrebt

Für diesen Zusammenhang sprechen auch die Ergebnisse einer prospektiven Studie, in der versucht wurde, den Zusammenhang zwischen Dysplasien der Zervix und analer Infektion mit humanen Papillomaviren und Zytologie zu quantifizieren:

Bei jeder dritten Teilnehmerin (32,5 Prozent), die zur Abklärung eines auffälligen zervikalen Pap-Tests an eine spezialisierte Klinik überwiesen worden war, förderte der Analabstrich Hochrisiko-HP-Viren zutage.

Zudem wurden bei etwa jeder sechsten Frau (17,6 Prozent) abnorme Zellveränderungen entdeckt, wie die Studienautoren um Jacqueline Lammé vom Naval Medical Center in San Diego in der Zeitschrift "Obstetrics & Gynecology" berichten (Obstet Gynecol 2014, online 7. Juli).

Durchschnittsalter betrug 30 Jahre

An der kalifornischen Studie hatten sich 196 Frauen im Durchschnittsalter von 30 Jahren beteiligt. Der initiale Pap-Test hatte bei 40,3 Prozent von ihnen atypische Plattenepithelzellen von unklarer Bedeutung detektiert, die im Test auf humane Papillomaviren positiv reagierten.

5,6 Prozent hatten atypische Plattenepithelzellen, 42,9 Prozent niedriggradige und 11,2 Prozent hochgradige intraepitheliale Läsionen.

Bei der nachfolgenden Kolposkopie wurde bei 135 Frauen eine Biopsie vorgenommen, mit der bei 21,7 Prozent CIN-1- und bei 16,5 Prozent CIN-2- oder CIN-3-Läsionen festgestellt wurden.

Bei allen Patientinnen wurde außerdem ein Analabstrich genommen. Der zugehörige Pap-Test fiel bei 82,4 Prozent der Frauen negativ aus, 11,8 Prozent hatten einen unklaren Befund mit atypischen Plattenepithelzellen und 5,9 Prozent niedriggradige Läsionen.

Hochrisiko auch im Analbereich

Frauen mit zervikalen HochrisikoTypen von humanen Papillomaviren haben demnach mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auch im Analbereich Hochrisiko-Typen von humanen Papillomaviren.

Die Studienautoren um Jacqueline Lammé beziffern die Odds Ratio (OR) mit 3,6. Anale Hochrisiko-Typen von humanen Papillomaviren wiederum steigern die Wahrscheinlichkeit, dass die anale Zytologie auffällig ist. Die Odds Ratio hierfür beträgt dieser Studie zufolge 6,5.

Eine Quantifizierung des Zusammenhangs zwischen zervikalen Hochrisiko-Typen von humanen Papillomaviren und analem Pap-Befund war allerdings nicht möglich, hierfür mangelte es in der vorliegenden Untersuchung an statistischer Aussagekraft der Daten. (BS)

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