Ärzte Zeitung, 25.03.2008

Im April starten Schulungen zum Hautkrebs-Screening

400 Hausärzte und Dermatologen als Trainer im Einsatz

HAMBURG (di). Die Vorbereitungen für ein flächendeckendes Hautkrebs-Screening haben begonnen. Ab April werden 400 Hausärzte und Dermatologen als Trainer für die anstehenden Fortbildungen geschult.

Hautkrebsscreening - ab Juli wird es in Deutschland flächendeckend eingeführt.

Foto: imago

Das Hautkrebs-Screening wird ab Juli für alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren als Kassenleistung eingeführt. Alle zwei Jahre werden dann rund 45 Millionen Versicherte Anspruch auf die Leistung haben.

Das zweistufige Screening sieht zunächst eine standardisierte Ganzkörper-Untersuchung bei einem zertifizierten Arzt vor. Bei einem Verdacht überweist der Arzt an einen Dermatologen zur weiteren Diagnostik.

Damit Ärzte das Screening als Kassenleistung abrechnen können, müssen sie eine eintägige, kostenpflichtige Fortbildung bei einem der 400 Trainer nachweisen, die ihre Ausbildung in den kommenden Wochen von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und vom Zentralinstitut (ZI) der Kassenärztlichen Versorgung erhalten. Nicht fortgebildete Ärzte müssten ihren Patienten die Untersuchung als IGeL anbieten.

Damit wird Deutschland das erste Land, das ein flächendeckend organisiertes und standardisiertes Hautkrebs-Screening einführt. Grund ist der hohe Anstieg der Erkrankungszahlen - seit 1970 haben sich die Neuerkrankungen versechsfacht. Die ADP macht dafür ein verändertes Freizeitverhalten mit vielen Sonnenurlauben und Solarienbesuchen verantwortlich. "Bisher hatte keine Generation ein so hohes Hautkrebsrisiko wie die der heute 35-Jährigen", sagte Professor Eckhard Breitbart, zweiter Vorsitzender der ADP.

Er schätzt, dass rund vier Millionen Menschen regelmäßig und zwölf Millionen Menschen gelegentlich ins Solarium gehen. "Ein Großteil dieser Menschen wird später an Hautkrebs erkranken", sagte Breitbart. Zusammen mit der Deutschen Krebshilfe will die ADP deshalb im Sommer in einer Informationskampagne junge Eltern über die Risiken aufklären. Dabei wollen sie Kinderärzte und Apotheker als Mittler einbeziehen.

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