Ärzte Zeitung, 22.04.2010

Hautkrebs-Screening ist gut gestartet

Jeder vierte Anspruchsberechtigte hat sich schon untersuchen lassen / Die Mehrheit der Teilnehmer ist zufrieden

BONN (eb). Das Hautkrebs-Screening ist nach zwei Jahren bundesweit etabliert: 11 Millionen der 45 Millionen Anspruchsberechtigten haben die Untersuchung bereits genutzt, berichtet die Deutsche Krebshilfe. 38 000 Haut- und Hausärzte hätten sich für dieses Verfahren weitergebildet und qualifiziert(wie bereits kurz berichtet).

Hautkrebs-Screening ist gut gestartet

Melanome sind im Visier des Hautkrebs-Screenings. © Schauerte

Jeder gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf das Hautkrebs-Screening. "Kein anderes Screening-Programm in Deutschland hatte bislang einen so erfolgreichen Start", betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Krebshilfe. Wie wichtig die Früherkennung ist, zeigten die drastisch gestiegenen Neuerkrankungszahlen. Nach Hochrechnungen von Professor Alexander Katalinic (Krebsregister Schleswig-Holstein) erkranken in Deutschland jährlich etwa 195 000 Menschen neu an Hautkrebs, 24 000 davon an malignem Melanom. Früh erkannt, ist Hautkrebs heilbar. Die Krebshilfe, die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) starten nun eine Kampagne in Betrieben, um die Prävention weiter zu fördern.

"Das Screening ist zugleich eine Aufklärungskampagne, die der Vermeidung von Hautkrebs dient", erläutert Professor Eckhard Breitbart von der ADP. Denn Ärzte informieren dabei auch über den richtigen Umgang mit UV-Strahlung, ermitteln Risikofaktoren und klären über weitere Vorsorge-Untersuchungen auf.

Einen ersten Eindruck über die Zufriedenheit mit dem Screening geben die Ergebnisse einer Online-Umfrage der Deutschen Krebshilfe und der ADP. Die Mehrheit der 533 Teilnehmer bewertet die Untersuchung positiv: 80 Prozent wollen erneut am Screening teilnehmen, etwa 50 Prozent haben die Untersuchung bereits in ihrem Umfeld weiterempfohlen. "Einen gewissen Verbesserungsbedarf scheint es noch bei der Durchführung der standardisierten Ganzkörperuntersuchung sowie der Beratung zu geben", betont Breitbart.

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