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Hautkrebs

Tumoren am Ohr sind besonders aggressiv

Basalzellkarzinome am Ohr sind nicht nur häufiger infiltrativ, mikronodulär oder metatypisch als an anderen Stellen, sie führen auch zu größeren und stärker verzweigten Läsionen: Die Chirurgen müssen bei der Entfernung daher öfter nachschneiden.

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Befindet sich ein Basalzellkarzinom wie hier am Unterschenkel, ist es mit erhöhter Wahrscheinlichkeit kleiner als ein Ca am Ohr.

Befindet sich ein Basalzellkarzinom wie hier am Unterschenkel, ist es mit erhöhter Wahrscheinlichkeit kleiner als ein Ca am Ohr.

© Dr. Hans Schulz, Bergkamen

PROVIDENCE/USA. Pathologen ist schon lange aufgefallen, dass Basalzellkarzinome, die am Ohr entnommen werden, histologisch deutlich aggressiver sind als an anderen Körperregionen, berichten Dermatologen um Dr. Patrick Mulvaney von der Brown University in Providence.

Mithilfe einer Studie wollten sie nun herausfinden, ob dies auch klinische Konsequenzen hat (JAAD 2014; 70 (5): 924-926).

Die Ärzte analysierten dazu knapp 8000 Tumorexzisionen mit der im angloamerikanischen Raum weit verbreiteten mikrografischen Chirurgie nach Mohs. Knapp 10 Prozent dieser Tumoren wucherten an den Ohren der Patienten. Von diesen wurden nach histologischen Kriterien 40 Prozent als aggressiv bewertet.

Diese Bezeichnung erhielten sklerotisierende, mikronoduläre, adenoide, infiltrative oder metatypische Tumoren sowie solche mit einer gemischten Histologie. Geschwüre an anderen Stellen waren mit 33 Prozent deutlich seltener aggressiv.

Bei insgesamt 16,5 Prozent der Ohrtumoren mussten die Chirurgen dreimal oder häufiger schneiden, bis sie das Karzinom sauber entfernt hatten, an anderen Stellen war diese Rate mit 10,7 Prozent signifikant niedriger.

Werden Ohren beim Sonnenschutz vernachlässigt?

Wurden nur die aggressiven Ohrgeschwüre betrachtet, dann waren sogar bei 22,3 Prozent mindestens drei Mohs-Schnitte nötig, hingegen erforderten nur 14,2 Prozent der aggressiven Basalzellkarzinome an anderen Regionen einen solchen Aufwand.

Wie sich zeigte, waren auch die Tumorläsionen am Ohr mit 1,4 versus 1,2 cm2 etwas größer, ebenso der Defekt nach der Operation (4,9 versus 4,2 cm2). Wie lassen sich nun die Ergebnisse interpretieren?

Die Wissenschaftler sehen in dem hohem Aufwand beim Herausschneiden einen Hinweis darauf, dass Basalzellkarzinome am Ohr auch eine klinisch relevante erhöhte Aggressivität aufweisen: Sie breiten sich im Gewebe, das an die Läsion angrenzt, deutlich stärker aus.

Nicht ganz ausschließen lasse sich allerdings, dass die Lokalisation an der gewölbten Ohrmuschel die Exzision erschwert. "Vielleicht schneiden die Chirurgen dadurch zunächst kleinere Ränder heraus, als sie es sonst tun würden", schreiben die Ärzte um Mulvaney.

Interessant ist auch noch ein anderer Befund: 86 Prozent der Ohrtumoren wuchsen bei Männern, dagegen sind Männer mit einem Anteil von 57 Prozent bei anderen Lokalisationen weniger stark überrepräsentiert.

Eine mögliche Erklärung wäre, dass Männer den Sonnenschutz nicht ganz so ernst nehmen wie Frauen und dabei die Ohren besonders vernachlässigen, sowohl beim Eincremen als auch bei der Wahrnehmung: So juckt es die Männer womöglich lange Zeit nicht, wenn sich am Ohr die Haut krankhaft verändert. (mut)

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