Ärzte Zeitung, 05.04.2004

Oxaliplatin bewährt sich als Adjuvans bei Dickdarm-Ca

Ergebnisse der MOSAIC-Studie mit etwa 2250 Patienten

PARIS (grue). Zur adjuvanten Therapie bei Dickdarmkrebs werden derzeit mehrere Chemotherapeutika und Biologicals in kontrollierten Studien auf ihre Wirksamkeit geprüft. Ein Kandidat, der zu Hoffnung Anlaß gibt, ist Oxaliplatin.

Dieses Platinderivat wird bereits für die palliative Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Kolonkarzinom genutzt. In der MOSAIC-Studie konnte belegt werden, daß es - wie gemeldet - in der adjuvanten Therapie wirksam ist. Darauf wies Professor Daniel Haller aus Philadelphia auf einer Veranstaltung von Sanofi-Synthelabo in Paris hin.

In die MOSAIC-Studie (Multicenter International Study of Oxaliplatin/5-FU/LV in the Adjuvant treatment of Colon cancer) wurden 2246 Patienten mit operativ entferntem Kolonkarzinom aufgenommen. Davon hatten 40 Prozent große Tumoren, Lymphknoten waren aber nicht befallen (Stadium II), und 60 Prozent Tumoren variabler Größe mit Lymphknotenmetastasen (Stadium III).

Die Patienten erhielten entweder nur eine Standardtherapie mit 5-FU/Folinsäure oder zusätzlich Oxaliplatin (Eloxatin®). Mit Oxaliplatin lebten nach drei Jahren noch 78 Prozent der Patienten ohne Rückfall, in der Vergleichsgruppe waren es 73 Prozent. Die relative Risikoreduktion betrug 23 Prozent. Patienten mit Tumoren im Stadium II überlebten mit Oxaliplatin zu 87 Prozent und mit Standardtherapie zu 84 Prozent.

Als zweites Chemotherapeutikum für die adjuvante Therapie kommt Irinotecan in Frage, das in der palliativen Therapie ebenfalls wirksam ist. Für die adjuvante Therapie fehlen aber entsprechende Belege, sagte Haller. Das gelte auch für die Biologicals, die in Wachstumsprozesse der Tumorzellen eingreifen.

In Studien geprüft werden der EGFR-Tyrosinkinase-Hemmer Cetuximab und der VEGF-Hemmer Bevacizumab. Dieser wird auch in Kombination mit 5-FU/Folinsäure/Oxaliplatin (FOLFOX) ausschließlich bei Kolonkarzinom Stadium II geprüft. In dieser Studie erhält die Kontrollgruppe nach Tumorresektion keine Chemotherapie.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »