Ärzte Zeitung, 01.03.2005

Studie prüft Methoden zur Darmkrebs-Früherkennung

Virtuelle und echte Koloskopie im Vergleich

MÜNCHEN (sto). Die Darmspiegelung wird von vielen Menschen als belastend empfunden. Viele Hoffnungen richten sich daher auf die virtuelle Koloskopie. Die Datenlage hierfür ist jedoch kontrovers. Am Münchner Universitätsklinikum Großhadern startet deshalb jetzt eine klinische Studie, in der die verschiedenen Methoden der Darmkrebs-Früherkennung miteinander verglichen werden.

In der Studie werden Patienten, die sich zur Darmkrebs-Früherkennung einer Screening-Koloskopie unterziehen wollen, zuvor zusätzlich mit einer virtuellen Koloskopie untersucht, wie der Radiologe Dr. Anno Graser vom Klinikum Großhadern bei einer Pressekonferenz der Felix Burda Stiftung in München berichtet hat.

Die Untersuchung dauere weniger als eine Minute bei einer tatsächlichen Scanzeit von wenigen Sekunden. Das Verfahren habe eine nachgewiesene hohe Sensitivität bei der Erkennung von Polypen, die sich später zu Dickdarmkrebs entwickeln können.

Darüber hinaus sind molekulare Stuhltests und Bluttests auf tumorspezifische Veränderungen geplant. Dieses Testverfahren sollen eine wesentlich höhere Empfindlichkeit bei der Detektion von Darmkrebs und seinen Vorstufen erreichen als der ebenfalls von den Krankenkassen erstattete Haemoccult®-Test.

Ziel der Studie ist die Evaluation von Alternativ-Verfahren für die Darmkrebs-Früherkennung, die seit Oktober 2002 allen gesetzlich Krankenversicherten ab dem 55. Lebensjahr angeboten wird. Für die Studie werden noch Teilnehmer gesucht. Den Teilnehmern entstünden keinerlei Kosten, sagte Graser.

Interessierte können sich melden bei Dr. Anno Graser, Institut für Klinische Radiologie, Klinikum Großhadern, Universität München, Tel. 0 89 / 70 95 36 20 (Sekretariat Frau Jaugstätter und Herr Schmidt).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »