Ärzte Zeitung, 04.07.2007

Früherkennung durch Stuhltest auf Tumorenzym

Wird Darmkrebs rechtzeitig diagnostiziert, dann liegt die Heilungschance bei fast 100 Prozent. Dennoch sterben in Deutschland pro Jahr 33 000 Patienten an Tumoren von Kolon und Rektum.

Mit dem Stuhltest Tumor M2-PK lassen sich sowohl Darmpolypen als auch Darmtumoren nachweisen. Es werden blutende und nicht blutende Darmpolypen oder Tumoren erkannt. Kernstück des Nachweises ist die Messung des Enzyms M2-PK (Pyruvatkinase). Bei Karzinomen beträgt die Sensitivität des Tests 85 Prozent, die Spezifität etwa 95 Prozent. Die Gesamtsensitivität für alle Polypen liegt bei 46 Prozent und für Polypen mit einem Durchmesser von mehr als 1 cm bei 61 Prozent.

Eine etwa erbsengroße Stuhlprobe ist ausreichend und muss in ein Labor eingesendet werden. Das Testergebnis wird von Nahrungsmitteln nicht beeinflusst, eine spezielle Diät ist also nicht erforderlich. Der Nachweis eignet sich für die jährliche Vorsorgeuntersuchung bei Patienten über 40 Jahren, für Risikopatienten sowie zur Nachsorge.

GOÄ-Abrechnung: Der M2-PK-Test kann als IGeL über einen Laborfacharzt angeboten werden. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 1 für die Beratung (10,72 Euro) oder Ziffer 3, wenn die Beratung mindestens 10 Minuten dauert (20,11 Euro). Dazu kommt die Ziffer 4062 (Laborleistung) zum einfachen Satz (27,98 Euro).

Nähere Informationen unter: www.darmkrebstest.de.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »