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Raucher haben gehäuft Darmpolypen

MAILAND (ars). Rauchen ist seit langem als Risikofaktor für Darmkrebs im Gespräch. Eindeutiger belegt als für Kolon-Karzinome ist der Zusammenhang zwischen Rauchen und Adenomen, den Vorstufen von Kolon-Karzinomen. Eine Meta-Analyse von 42 Studien hat ihn jetzt erneut bestätigt. Die Autoren plädieren dafür, das in den Richtlinien zum Screening zu berücksichtigen.

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Wer raucht, riskiert Adenome im Darm.

Wer raucht, riskiert Adenome im Darm.

© Foto: Hannes Strasserwww.fotolia.de

Raucher, egal ob sie zum Zeitpunkt der Untersuchung oder in früheren Jahren rauchten, haben ein gut doppelt so hohes Adenomrisiko wie Nichtraucher. Selbst bei ehemaligen Rauchern ist dieses Risiko noch ums 1,5-fache erhöht. Nach Einschätzung der Wissenschaftler, die diese Steigerungsfaktoren ermittelt haben, ist die Gefährdung durchs Rauchen damit für Darmpolypen überzeugender belegt als für Kolon-Karzinome (Gastroenterology 134, 2008, 388). Als Konsequenz befürworten sie für Raucher frühe Vorsorge-Untersuchungen.

Insgesamt hängt das Risiko stark von der Zahl der Zigaretten ab. Beispiel: Wer 50 Jahre lang ein Päckchen täglich raucht, dessen Risiko steigt um denselben Wert wie bei jemandem, der es 25 Jahre lang täglich auf zwei Päckchen bringt. Die Wahrscheinlichkeit, Adenome zu bekommen, nimmt linear mit der Intensität des Rauchens zu, und zwar um 13 Prozent pro Jahrzehnt mit Konsum einer Packung täglich.

Zusätzlich haben Raucher gehäuft aggressive Adenome. So kommen Hochrisiko-Adenome bei ihnen doppelt so oft vor wie bei Nichtrauchern, Niedrigrisiko-Adenome dagegen nur 1,5-mal so häufig. Als Polypen mit hohem Risiko wurden jene gewertet, die größer waren als 10 mm, villöse Komponenten oder schwere Dysplasien aufwiesen.

Herausgefunden haben das Forscher um Dr. Edoardo Botteri aus Mailand. Sie werteten 42 Fall-Kontroll-Studien aus, die zwischen 1988 und 2007 publiziert worden waren. Darin enthalten waren Daten von mehr als 15 000 Patienten und 100 000 Vergleichspersonen. Als Grund, warum die Verbindung zum Rauchen für Darmpolypen stringenter nachweisbar ist als für Darmkrebs, vermuten die Wissenschaftler: Bis zur Manifestation eines Kolonkarzinoms dauere es länger, und zwar bis zu 30 Jahren, das übersteige die Laufzeit der meisten Studien.

STICHWORT

Darmkrebs

Mehr als 71 000 Menschen sind im Jahr 2007 in Deutschland an Darmkrebs erkrankt, etwa 30 000 daran gestorben - das sind knapp 40 Prozent der Neuerkrankten. Wird ein Kolonkarzinom in den lokalisierten Stadien I oder II entdeckt, leben nach fünf Jahren noch 92 Prozent der Patienten, im Stadium II mit lokalisierten Metastasen 60 Prozent, im Stadium IV mit Fernmetastasen nur 6 Prozent. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. 70 Prozent der Erkrankungen werden zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr festgestellt. (ars)

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