Ärzte Zeitung, 25.05.2009

Bei Diabetes ist auch Darmkrebs ein Thema

Diabetiker an Darmkrebs-Vorsorge zu erinnern ist eine zentrale Botschaft aus zwei Fortbildungsfilmen der Felix Burda Stiftung und des Instituts Pri-Med.

Von Angela Speth

Dr. Berndt Birkner präsentiert die Grundlagen eines effektiven Screenings.

In zusammengenommen zwanzig Minuten stellt Dr. Berndt Birkner aus München Details zur Früherkennung vor. In einem Film beantwortet er Fragen aus der Praxis: Wie kann man effektives Screening gestalten?

Antwort: als Dreierschritt mit Beratung, Stuhltest und Fragebogen. Der Gastroenterologe rät, die Untersuchungen bevorzugt Patienten mit familiärem oder erblichem Risiko, mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie Diabetikern nahezulegen.

Als neue Empfehlung für Typ-2-Diabetiker gilt: Wegen ihres erhöhten Darmkrebsrisikos sollte eine Koloskopie bei ihnen schon vor dem 50. Lebensjahr und zumal vor Beginn einer Insulintherapie erfolgen. Das sei zwar noch nicht in die offiziellen Leitlinien aufgenommen, aber heute schon zu vertreten. Birkners Tipp zum Erkennen der Risikogruppen: Auslegen von Fragebögen in der Praxis.

Vordrucke gibt's etwa unter www.netzwerk-gegen-darmkrebs.de oder www.felix-burda-stiftung.de. Beirren lassen sollten sich die Kollegen nicht durch Einwände der Patienten, die Koloskopie sei riskant: Tatsächlich liege die Rate der Darmwandperforationen bei höchstens 1 : 30 000.

Es gibt Tipps, wie man Risikogruppen erkennt.

Im anderen Film geht Birkner zunächst auf die Inzidenz ein und verweist darauf, dass pro Jahr in Deutschland 28 000 Menschen an Darmkrebs sterben. Diese Zahl zu vermindern ist das Ziel der gesetzlich verankerten Darmkrebsfrüherkennung. Sie beginnt bei Menschen mit durchschnittlichem Risiko - ihr Anteil macht zwei Drittel der Darmkrebspatienten aus - mit 50 Jahren.

Ein Fünftel der Darmkrebspatienten hat Angehörige mit dieser Tumorart, ohne dass genetische Ursachen geklärt sind (familiärer Darmkrebs). Bei ihnen ist die Koloskopie bereits vor dem 55. Lebensjahr Kassenleistung. Bei drei bis fünf Prozent der Patienten lassen sich mit Tests Gendefekte nachweisen, und es bestehen Zusammenhänge zu Magen-, Harnleiter-, Eierstock- oder Gebärmutterkarzinomen (erblicher Darmkrebs).

Institut Pri-Med:
www.pri-med.de
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