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Vitamin D zur Darmkrebs-Prävention?

Von Vitamin D profitieren manche Menschen in puncto Darmkrebs-Prävention offenbar ganz besonders. Das legen Analysen zum Zusammenhang zwischen Vitamin D und der IGF-Stoffwechsel-Achse nahe.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Vorsicht Darmkrebs: Manche Menschen profitieren offenbar von der Prävention mit Vitamin D.

Vorsicht Darmkrebs: Manche Menschen profitieren offenbar von der Prävention mit Vitamin D.

© Sebastian Schreiter / Springer Verlag

BOSTON (ple). Hohe Vitamin-D-Spiegel sind offenbar vor allem dann mit einem niedrigeren Darmkrebsrisiko assoziiert, wenn zugleich unter anderem auch die Plasmaspiegel des C-Peptids, ein Marker für die Insulinproduktion, erhöht sind. Für Empfehlungen zur Prävention ist es allerdings noch zu früh.

Den Zusammenhang zwischen dem Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, und den Plasmaspiegeln von Vitamin D, C-Peptid sowie dem Quotienten aus IGF-1 (insulin-like growth factor) und dem IGF-bindenden Protein IGFBP-3 haben jetzt US-Forscher genauer untersucht (PLoS ONE 6(12): e28520).

Sie werteten dazu die Daten von Teilnehmern der Health Professional Follow up Study (HPFS) und der Nurses‘ Health Study (NHS) aus. Die für die statistische Auswertung verwendeten Daten stammten von 499 an Darmkrebs erkrankten und 992 Studienteilnehmern ohne Krebserkrankung.

Kein Unterschied bei Gesamtaufnahme von Vit D

Der Auswertung zufolge hatten Teilnehmer mit Darmkrebs signifikant höhere IGF-1-Spiegel und einen höheren IGF-1-/IGFBP-3-Quotienten sowie signifikant niedrigere Spiegel an 25(OH)-D - das ist der aktive Metabolit von Vitamin D - als Teilnehmer in der Kontrollgruppe.

So lag der 25(OH)-D-Spiegel in der Gruppe mit Darmkrebs bei 26,2 ng/ml, in der Kontrollgruppe bei 27,6 ng/ml, ein signifikanter Unterschied. Die entsprechenden Werte für IGF-1 betrugen 185 und 175 ng/ml.

Die Gesamtaufnahme an Vitamin D sowie die Vitamin-D-Supplementation waren in beiden Studiengruppen ähnlich, wie die Wissenschaftler um den Vitamin-D-Experten Professor Edward Giovannucci unter anderen von der Harvard Public School in Boston berichten.

Aus den Studiendaten lesen die Wissenschaftler auch ab, dass Patienten mit niedrigen 25(OH)-D-Spiegeln in Kombination mit hohen C-Peptid-Werten oder hohem IGF-1-/IGFBP-3-Quotienten ein um das Zweifache erhöhtes Risiko für ein Kolorektal-Ca haben als Studienteilnehmer, die hohe 25(OH)-D-Spiegel haben und gleichzeitig niedrige C-Peptid-Werte und einen niedrigen IGF-1-/IGFBP-3-Quotienten.

Nach Angaben der Forscher sind niedrige 25(OH)-D-Spiegel dann kein Risikofaktor für Darmkrebs, wenn zugleich die beiden anderen Parameter ebenfalls niedrige Werte haben.

IGF-1 fördert die Entwicklung von Krebs

IGF-1 fördert bekanntlich die Entwicklung von Krebs. Giovannucci und seine Kollegen vermuten aufgrund bisheriger Forschungsergebnisse, dass Vitamin D diesen Effekt verringert, indem es die Spiegel des IGF-bindenden Proteins IGFBP-3 beeinflusst.

Möglicherweise beschleunigen IGF und Insulin das Krebswachstum und hemmen den programmierten Zelltod - die Apoptose - maligner Zellen. Hohe 25(OH)-D-Spiegel könnten dem entgegenwirken, indem der aktive Vitamin-D-Metabolit die Proliferation von Krebszellen bremst und die Apoptose fördert.

Da ihre prospektive Studie die erste Studie sei, in der der Zusammenhang zwischen Vitamin D und der IGF-Stoffwechsel-Achse analysiert wurde, seien weitere Studien erforderlich, bevor Empfehlungen zur Prävention gegeben werden könnten.

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