Ärzte Zeitung, 20.03.2013

Kommentar

Gute Gründe für Koloskopien

Von Beate Schumacher

Nur jeder fünfte Anspruchsberechtigte hat sich seit Einführung der gesetzlichen Darmkrebs-Früherkennung einer Screening-Koloskopie unterzogen. Insofern ist es eine gute Nachricht, dass der Bundesrat im März ein organisiertes Darmkrebs-Screening beschlossen hat.

Damit die Darmkrebs-Früherkennung - insbesondere die Koloskopie - besser akzeptiert wird, braucht es aber nicht nur persönliche Einladungen, sondern auch überzeugende Argumente. Auch hier ist in den letzten Wochen nachgelegt worden: Eine DKFZ-Studie hat die Sicherheit ambulanter Koloskopien bestätigt, das Risiko für Blutungen und Darmperforationen liegt demnach unter 1 pro 1000.

Und eine Fall-Kontroll-Studie hat in Übereinstimmung mit einer früheren DKFZ-Studie ergeben, dass durch eine Screening-Koloskopie mehr als zwei Drittel aller fortgeschrittenen Kolorektalkarzinome vermieden werden.

Dass dadurch auch die Krebsmortalität gesenkt wird, ist bisher, anders als für Hämokkult und Sigmoidoskopie, vor allem indirekt bewiesen; Ergebnisse aus randomisierten Studien werden erst 2021 erwartet.

Die vorliegenden Daten sprechen aber klar für eine höhere Effektivität der Screening-Koloskopie - es wäre bedauernswert, wenn dieses Potenzial nicht bald besser genützt würde.

Lesen Sie dazu auch:
Neue Studie bestätigt: Darmspiegelung spürt Krebs früh auf

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »