Ärzte Zeitung online, 04.10.2013

Stiftung Lebensblicke

Seit 15 Jahren Kampf gegen Darmkrebs

Sie hat sich den Kampf gegen Darmkrebs auf ihre Fahnen geschrieben: Die Stiftung Lebensblicke ist fest entschlossen, nicht nachzulassen im Werben um Vorsorge.

Von Ingeborg Bördlein

Seit 15 Jahren Kampf gegen Darmkrebs

Klare Botschaften, originell verpackt: Die Stiftung Lebensblicke setzt auf Motivation.

© Günther Spillner / www.bildermehr.de

LUDWIGSHAFEN. Die Stiftung Lebensblicke blickt auf 15 Jahre unermüdlicher Aufklärung zur Darmkrebsvorsorge und -früherkennung zurück.

Als Bürgerinitiative gegründet, hat sich die Stiftung unter der engagierten Führung des Ludwigshafener Gastroenterologen Professor Jürgen F. Riemann zu einem bundesweit agierenden Bündnis mit Signalcharakter in Sachen Darmkrebsvorsorge entwickelt.

Mit einer beispielhaften Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen mit Wirtschaft, Politik, Krankenkassen, Fachgesellschaften, Prominenz und Medien hat die Stiftung mit Unterstützung eines Fördervereins erreicht, dass das Thema Darmkrebs aus der Tabuzone geholt werden konnte und die Bevölkerung über den Nutzen der Vorsorge heute informiert ist.

Einladungsprinzip weckt Hoffnung

Diesen Etappensieg galt es zu feiern. Vor Förderern, Mitstreitern und Kollegen beschwor der rührige Stiftungsvorsitzende den Paradigmenwechsel "Prävention statt Reparatur".

Damit diese Botschaft bei der Bevölkerung besser umgesetzt wird - die Teilnahmeraten an der Vorsorgekoloskopie sind rückläufig - setzt er auf das im April gesetzlich beschlossene Einladungsverfahren, für dessen Realisierung er sich als Sprecher einer Sachverständigengruppe im Nationalen Krebsplan stark gemacht hat und dessen baldige Realisierung er sich dringlich wünscht.

Auch der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), Dr. Johannes Bruns, hoffte als Gratulant auf die schnelle Einführung des Einladungsverfahrens. Denn dies sei die beste Form der Kommunikation, um Menschen auf etwas aufmerksam zu machen, für das sie sich entscheiden können.

Die Gründungsväter der Stiftung hatten 1998 eine Vision: Bis zum Jahre 2010 sollte die Zahl der Darmkrebstoten halbiert werden.

Für dieses große Ziel wurde ein bundesweites Netz von 200 Regionalbeauftragten und ärztlichen Fortbildungskoordinatoren für die permanente Aufklärungsarbeit geknüpft. Es wurden prominente Befürworter für die Darmkrebsfrüherkennung gewonnen - jüngst macht sich etwa der deutsch-türkische Komiker Bülent Ceylan dafür stark.

Dazu kamen viele bundesweite Charity-Veranstaltungen mit Kulinarischem, Kunst und Musik. In gesundheitspolitischen Gremien, bei Symposien, Kampagnen und in Studien wurde darüber hinaus für das Thema sensibilisiert.

Als Leuchtturmprojekt hat die Stiftung mit dem großindustriellen Partner BASF schon früh eine wissenschaftliche Studie einschließlich einer Kosten-Nutzen-Relation zur betrieblichen Darmkrebsvorsorge realisiert.

Kooperation mit Burda-Stiftung

Diese wurde zum Vorbild für Folgeprojekte und daraus ist in Zusammenarbeit mit der Felix Burda Stiftung ein Leitfaden für die betriebliche Vorsorge entstanden, der in Kürze neu aufgelegt wird. Visionen haben es so an sich, dass sie nicht in Erfüllung gehen, bilanzierte Riemann.

Doch verwies er auf Studien, die eine eindeutige Risikoreduktion für Darmkrebs für diejenigen zeigten, die ihre Polypen entfernen ließen.

Und: Seit Einführung der erweiterten Früherkennungsrichtlinien mit jährlichem Okkultbluttest ab 50 und einer Vorsorgekoloskopie ab 55 seit 2002 signalisierten Studien, dass die Zahl der Neuerkrankungen sowie die Mortalität durch diese Maßnahmen rückläufig sei.

Für den Nutzen der Darmspiegelung fehle freilich noch die nötige Evidenz. Hier müssten noch Studienergebnisse abgewartet werden, die in fünf bis zehn Jahren vorliegen.

Für die nächsten 15 Jahre gibt es noch viel zu tun, um die Krebsprävention voranzubringen.

Der Fokus soll darauf gelegt werden, die Kräfte zu bündeln und die Krebsprävention verstärkt interdisziplinär und indikationsübergreifend auszurichten. DKG-Generalsekretär Dr. Johannes Bruns ( "Sie haben für den Bereich Darmkrebs viel erreicht!"), bekräftigte die Zusammenarbeit mit der Stiftung und plädierte dafür, dass alle an der Prävention Beteiligten ihren Sachverstand einbringen und kommunizieren sollten. Hierfür brauche es Netzwerke und Networker, wie Professor Riemann einer sei.

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