Ernährung

Mit Nüssen Krebsrezidiven vorbeugen?

Darmkrebspatienten, die regelmäßig Nüsse essen, senken möglicherweise ihr Rezidiv- und Sterberisiko.

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Wallnüsse lieferten in der Studie ein besseres Ergebnis ab als Erdnüsse.

Wallnüsse lieferten in der Studie ein besseres Ergebnis ab als Erdnüsse.

© auryndrikson / stock.adobe.com

BOSTON. Wie hängen Nussverzehr und das Rezidivrisiko bei Darmkrebspatienten zusammen? Dies wurde innerhalb der Studie CALGB 89803 (Alliance) ermittelt (JCO 2018; online 28. Februar).

In der randomisierten Phase-3-Studie wurden Darmkrebspatienten im Stadium III nach kurativer Resektion über vier Zyklen wöchentlich mit 5-Fluorouracil (5-FU) plus Leucovorin über einen Zeitraum von 32 Wochen oder zusätzlich mit Irinotecan über fünf Zyklen und insgesamt 30 Wochen behandelt.

Von 826 Patienten standen Informationen über den Verzehr von Nüssen zur Verfügung. Die Häufigkeit reichte von niemals über ein- bis dreimal pro Monate bis wenigstens zweimal pro Tag jeweils eine Nussmenge von etwa 28 mg. Dabei wurde unterschieden zwischen dem Verzehr von Erdnüssen und von Baumnüssen.

Die erste Befragung der Teilnehmer erfolgte vier Monate, die zweite 14 Monate nach Op. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben, also der Zeitraum ab der zweiten Befragung. Auch wurden das rezidivfreie und das Gesamtüberleben bestimmt. Das mediane Follow-up lag bei 6,5 Jahren.

Gesamtüberleben um 57 Prozent höher

Wie die Autoren um Dr. Temidayo Fadelu vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston berichten, hatten jene Teilnehmer, die mindestens zweimal pro Woche eine Portion Nüsse aßen, ein um 42 Prozent besseres krankheitsfreies Überleben als Patienten, die nie Nüsse verzehrten (Hazard Ratio [HR]: 0,58; 95%-Konfidenzintervall: 0,37–0,92; p-Trend = 0,03).

Zudem war das Gesamtüberleben um 57 Prozent höher (HR: 0,43; 95%-Konfidenzintervall: 0,25–0,74; p-Trend = 0,01). Schließlich profitierten vor allem Studienteilnehmer, die regelmäßig Baumnüsse wie Walnüsse statt Erdnüsse verzehrten.

Bei ihnen lag die Wahrscheinlichkeit für ein krankheitsfreies Überleben um 46 Prozent höher (HR: 0,54; 95%-Konfidenzintervall: 0,34–0,85; p-Trend = 0,04). Noch deutlicher war in dieser Studiengruppe der Unterschied beim Parameter Gesamtüberleben (HR: 0,47; 95%-Konfidenzintervall: 0,27–0,82; p-Trend = 0,04).

Bei der Berechnung haben die Wissenschaftler die wichtigsten Faktoren, die das Ergebnis hätten verzerren können, berücksichtigt, etwa Alter, BMI, Krebstherapie und glykämische Last.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Baumüssen und der Verringerung der Rezidivrate nicht belegen.

Die Autoren halten es aber für möglich, dass Nüsse die Hyperinsulinämie sowie die Energiebilanz zumindest teilweise beeinflussen und den Verlauf der Erkrankung so positiv beeinflussen. (ple)

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