Ärzte Zeitung, 10.09.2015

Forschung

Mikrowellensystem gegen Leberkrebs

FRANKFURT / MAIN. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Projekt des Uniklinikums Frankfurt und der TU Darmstadt zur Entwicklung eines Dual-Mode-Mikrowellensystems.

Es soll Leberkrebs besser und günstiger heilen als bisher verwendete Verfahren, teilt das Uniklinikum mit.

Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms "Elektromagnetische Sensoren für Life Sciences: neuartige Sensorkonzepte und Technologien für biomedizinische Analytik und Diagnostik, Prozess- und Umweltmonitoring" erhalte alleine der Frankfurter Standort eine Fördersumme von rund 300.000 Euro über eine Förderperiode von drei Jahren.

Die Mikrowellentechnologie kann ja sowohl zur Diagnostik als auch zur Entfernung von Tumorgewebe eingesetzt werden. Zur Diagnostik werden elektromagnetische Signale ausgesendet. Das untersuchte Gewebe reflektiert die Strahlen; Malignome lassen sich dadurch präzise abbilden.

Zur Therapie, der Thermoablation, können Mikrowellen minimalinvasiv durch eine Sonde oder nichtinvasiv durch die Haut auf das Tumorgewebe gelenkt werden. Dieses wird durch die Wellen erhitzt, zerstört und kann vom Körper selbstständig abgebaut werden.

Methode soll mit MRT kompatibel sein

Das Uniklinikum Frankfurt sei bereits führend beim Einsatz der Mikrowellentechnologie zur Therapie von Leber- und Lungentumoren, heißt es in der Mitteilung. Das DFG-geförderte Projekt soll dieses Verfahren jetzt weiterentwickeln.

Die Forscher wollen dabei mehrere Ziele erreichen: Sie wollen ein Modell der Thermoablation auf der Grundlage medizinischer Daten entwickeln.

Dieses Modell soll vorhersagen können, wie sich die Temperatur in einem Gewebe durch die Bestrahlung entwickelt.

Damit könnte es zu einer genauen Therapieplanung eingesetzt werden. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung des neuartigen Dual-Mode-Mikrowellensystems selbst. Außerdem streben die Forscher an, dass die Technik parallel sowohl für die Diagnose als auch für die Therapie eingesetzt werden kann.

Die Methode soll erstmalig auch mit der MRT kompatibel sein, um den Therapieerfolg schon während des Eingriffs optimal überprüfen zu können.

Des Weiteren will das Projekt die Systemkonfiguration gegenüber bestehenden Ansätzen verbessern. Als weiterer Schritt sind ausgiebige Tests der Technik vorgesehen und das letzte Arbeitsziel ist eine umfassende Auswertung der Leistungsfähigkeit des Dual-Mode-Mikrowellensystems aus medizinischer und ingenieurtechnischer Perspektive. Nach erfolgreicher Etablierung habe das Verfahren auch das Potenzial, auf andere Tumorarten ausgeweitet zu werden, so das Uniklinikum Frankfurt. (eb)

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